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Google AMP & WordPress – so leicht geht’s!

Die mobile Internetnutzung überstieg im Jahr 2015 zum ersten Mal die klassische „Desktop Nutzung“. Mehr als die Hälfte des weltweiten Internetverkehrs stammt heute von einem Mobilgerät – und 57 Prozent dieser Nutzer sagen, dass sie ein Unternehmen, dessen Website nicht für Mobilgeräte optimiert ist, nicht nutzen oder empfehlen würden.

Schnelle Ladezeiten und gute Bedienbarkeit auf mobilen Geräten ist heutzutage kein Nice-to-have, sondern ein Must-Have. Google AMP wollte beides für Webseitenbetreiber leichter zugänglich machen. Worum es sich bei diesem Projekt handelt und wie Sie mit Google AMP WordPress schneller machen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist Google AMP?

Im Oktober 2015 wurde AMP (Accelerated Mobile Pages Project) unter Zusammenarbeit von Google und anderen Unternehmen wie WordPress und Adobe ins Leben gerufen. Ziel war es, mobile Websites schneller und benutzerfreundlicher zu machen.

Websites können auf mobilen Geräten aufgrund der vielen Elemente sowie der Verwendung von unterschiedlichen Programmiersprachen und Protokollen teilweise nur langsam geladen werden.

Wie der Name schon sagt, “beschleunigt” AMP die Ladezeit. Dies funktioniert, indem die Webseitenbetreiber eine alternative Version der Website erstellen, die sehr begrenzten HTML und CSS Code verwenden. Zudem wird das JavaScript asynchron geladen. Das bedeutet, mehrere Skripte können gleichzeitig geladen werden, ohne sich gegenseitig zu blockieren.

Ein weiterer Clou ist Googles CDN: Entdeckt Google, dass eine AMP-Seite vorhanden ist, wird diese auf Googles Content Delivery Network gespeichert. Möchte ein Nutzer anschließend die AMP-Seite aufrufen, wird sie direkt von Google zur Verfügung gestellt, was für schnellere Ladezeiten sorgt.

Vorteile von Google AMP

Nutzer Ihrer Website kommen durch die Verwendung von AMP zwar schneller mit Ihrer Website in Kontakt, treffen dabei allerdings auf eine abgespeckte Version. Nichtsdestotrotz hat diese Form der Darstellung auch seine Vorteile:

  • Verbesserung der Ladezeit einer Website. AMP hilft dabei, schneller die wichtigen Inhalte darzustellen, da auf nicht relevante Elemente verzichtet wird. Selbst bei schlechtem Netz verbesserten sich die Ladezeiten drastisch.
  • Höhere Platzierung unter den Suchergebnissen. Die Verwendung von AMP an sich war von offizieller Seite nie ein Rankingfaktor (auch wenn es einige Vorteile nur durch AMP gab – dazu gleich mehr). Die schnelleren Ladezeiten sorgten jedoch für ein besseres Nutzererlebnis und gleichzeitig sank die Bounce Rate. Beides Faktoren, die wichtig für die Suchmaschinenoptimierung sind.
  • Einfache Installation auf einer WordPress Website. Google AMP WordPress Seiten und deren Vorteile lassen sich im Handumdrehen mit einem kostenlosen Plugin realisieren.
  • Exklusive Platzierung der Inhalte. Lange Zeit war die Platzierung in den „Schlagzeilen“ bei einer mobilen Suche nur mit einer AMP-Seite möglich. Insbesondere Nachrichtenwebsites konnten so zusätzlichen Traffic dazugewinnen.
Die Verwendung von Google AMP bringt viele Regeln mit sich

Nachteile der Accelerated Mobile Pages

Natürlich bringt ein solches Projekt nicht nur Jubelrufe hervor. Schon recht früh machte sich auch Kritik an den Accelerated Mobile Pages breit und sie trafen bis heute nicht auf die Begeisterung, die Google sich erhofft hatte. Warum?

  • Weniger Kontrolle über Design und Funktion. Eine Webseite, die mit AMP dargestellt wird, sieht aufgrund des reduzierten CSS und HTML-Codes nicht aus wie die Originalseite auf einem Computer. Zudem wird den Nutzern meist der Zugriff auf die ganze Bandbreite an Funktionen verwehrt, da die JavaScript Nutzung eingeschränkt ist.
  • Reduzierte Werbeeinnahmen. Nicht jedes Werbenetzwerk unterstützt die neuen, schnellen AMP Ads. Weniger Werbung ist hervorragend für die Ladegeschwindigkeit, aber nicht für Ihren Geldbeutel. Besonders, wenn dies eine substantielle Einnahmequelle ist.
  • Analytics Herausforderungen. Werden AMP Seiten über den Cache des Google CDN abgerufen, können sich Tracking Ungenauigkeiten ergeben. So kann ein Besucher als zwei Unique Visitors gelten oder aber gar nicht erfasst werden. Zwar ist die Integration von Google Analytics und AMP fortgeschritten, dennoch bestehen einige Probleme weiterhin.
  • Zweifelhafte Vorteile. Große Kritik erntete Google AMP vor allem deshalb, weil es „ungerechtfertigte“ Vorteile für AMP-Seiten gab. Die Argumentation lautet, dass Google AMP-Seiten natürlich schneller sind, weil sie extrem vereinfacht sind.

    Gleiche Ergebnisse könnten auch optimierte Seiten erreichen, ohne dabei auf Funktionen und Design zu verzichten. Dennoch bekamen AMP-Seiten eine Platzierung in den „Schlagzeilen“ als auch das Blitz Symbol, was auf schnelle Ladezeiten hinweist.

Google AMP für WordPress installieren

Wenn Sie auf WordPress Google AMP installieren möchten, können Sie dafür das kostenlose Google AMP WordPress-Plugin nutzen. Dieses finden Sie in der Plugin-Suche im WordPress Dashboard. Klicken Sie in der linken Navigation auf „Plugins“.

Dort wählen Sie „Installieren„ und im Suchfeld tippen Sie „amp“ ein. Nachdem “AMP“ gefunden worden ist, klicken Sie auf „Jetzt Installieren“ und nach erfolgreicher Installation auf „Aktivieren“. Nun ist Ihre WordPress Website startklar, um AMP zu verwenden.

In der linken Navigation findet sich nun ein Blitz Symbol. Mit einem Klick darauf kann die Konfiguration von AMP begonnen werden.

Einstellungen anpassen

Für die erstmalige Einrichtung des Plugins ist der AMP-Konfigurationsassistent hilfreich. In ihm wird der Unterschied zwischen den verschiedenen Template-Modi erklärt, sodass Sie selbst entscheiden können, welchen Modus Sie für Ihre Website wählen möchten.

Im Grunde genommen wird mit AMP ein zweites Theme speziell für mobile Websites installiert. Dieses können Sie nach der Installation nach Belieben anpassen. Bei der Bearbeitung zeigt AMP die Seite so an, wie sie auf mobilen Geräten erscheinen wird. Jede Seite, die mit AMP für Mobilgeräte optimiert ist, wird mit /amp/ im Permalink versehen.

Das Plugin enthält auch eine Reihe von erweiterten Einstellungsoptionen, mit denen das Verhalten der AMP-Seiten angepasst werden kann. So lassen sich etwa bestimmte Plugins blocken oder Tags für Google Analytics oder den Google Tag Manager einbinden. 

Das Google AMP WordPress Plugin

Google AMP im Jahr 2021

Google führte im Juni 2021 eine bedeutende Änderung ein: das Page-Experience-Update als Teil seines Algorithmus für das „Page Experience Ranking“. 

Seit der Veröffentlichung der Core Web Vitals und des Algorithmus für die „Page Experience“ gibt es keine Vorzugsbehandlung mehr für Accelerated Mobile Pages (AMP) in den Google-Suchergebnissen, im Karussell der Top Stories (Schlagzeilen) und in den Google News.

Google entfernte sogar das AMP-Symbol aus den Suchergebnissen. 

Google mindert damit die Relevanz seiner eigenen Technologie, welche das Unternehmen unter allen Umständen durchsetzen wollte. AMP ist aber deswegen nicht tot, sondern es verliert lediglich seine Privilegien und wird somit zu einer Technologie von vielem im Arsenal eines Webseitenbetreibers.

Mit dem Google AMP Tool können Sie Ihre Google AMP WordPress Website testen lassen und bekommen Feedback zum Verbesserungspotenzial. Dadurch ist es für Seitenbetreiber einfacher zu erkennen, wo notwendige Korrekturen durchgeführt werden sollten, damit Ihre Website den Kriterien des Page-Experience-Updates entspricht. 

Die Zukunft von Google AMP WordPress Integrationen

Fakt ist, dass Google AMP, trotz der gemischten Resonanz, über die Jahre definitiv für schnellere Websites gesorgt hat, die eher die gewünschten Kriterien der Nutzer widerspiegeln. Zu welchem Preis das geschehen ist, darüber lässt sich streiten. 

Da mobiler Traffic aber voraussichtlich zunimmt und Google seinen neuen Algorithmus des Page Experience Rankings nutzt, hat die Optimierung der Ladegeschwindigkeit mehr Priorität als je zuvor. Ob mit oder ohne Google AMP, sorgen Sie dafür, dass Ihre Website die Core Web Vitals erfüllt.

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