SSL-Zertifikate sind mittlerweile ein Muss für jede Webseite. Sie kreieren einen hohen Sicherheitsstandard für Besucher einer Internetseite und werden deshalb auch von Google positiv wahrgenommen. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das SSL-Zertifikat. 

Was ist ein SSL-Zertifikat? 

Das SSL-Zertifikat (Secure Sockets Layer) ist ein Verschlüsselungsprotokoll, das Daten sicher im Internet überträgt. Dies verhindert das Ausspähen und Mitlesen von Dritten und ist die Garantie für eine verschlüsselte Kommunikation. 

SSL-Zertifikate haben sich aufgrund ihrer effektiven Schutzmechanismen als Standard für qualitative Webseiten etabliert. Hat eine Homepage keine SSL-Verschlüsselung, markiert Google dies automatisch mit einem rot gefärbten Hinweis. Auf diese Weise warnt die Suchmaschine die Besucher vor etwaigen Sicherheitslücken. Ist ein SSL-Zertifikat hingegen vorhanden, wird ein kleines grünes Schloss neben der URL angezeigt und bestätigt dem User, dass seine Daten sicher sind. Der Link beginnt in dem Fall auch nicht mit http://, sondern mit https://

https vs http
Das SSL-Zertifikat ändert die URL in https://

Wann wurde das SSL-Zertifikat entwickelt? 

Das erste SSL-Zertifikat wurde im Jahr 1994 von dem Unternehmen Netscape erfunden, das es ursprünglich für seinen Browser entwickelt hat. In den darauffolgenden Jahren wurde die Verschlüsselung verbessert und um wichtige Funktionen erweitert. Heute wird das SSL-Zertifikat in der Version SSL 3.0 von allen gängigen Browsern unterstützt. 

Welche Vorteile bietet das SSL-Zertifikat? 

Das SSL-Zertifikat ermöglicht die verschlüsselte Übertragung von Daten. Dies macht einen Zugriff von Dritten nahezu unmöglich, wodurch eine sichere Kommunikation gewährleistet wird. Da sich immer mehr Menschen über die zahlreichen Sicherheitslücken im Internet bewusstwerden, ist der Datenschutz in den letzten Jahren zunehmen in den Fokus gerückt. Deshalb legt auch Google Wert auf einen hohen Sicherheitsstandard bei den Webseiten, die die Suchmaschine ihren Nutzern anzeigt. Nutzt eine Webseite kein SSL-Zertifikat, strafen Google und andere Suchmaschinen dies deshalb mit einem schlechteren Ranking ab. Hinsichtlich der SEO-Optimierung ist das SSL-Zertifikat daher unerlässlich. 

Die Suchmaschine hat bereits im Jahr 2017 damit angefangen, Webseiten ohne SSL-Zertifikat in auffallend roter Farbe aus unsicher zu markieren. Diese Praxis löst beim Besucher sofort Unbehagen aus, selbst dann, wenn ihm die Verschlüsselung von Daten noch ein Fremdwort ist. Viele User springen deshalb schnell wieder ab, wodurch sich die Verweildauer auf der Webseite stark reduziert. Dies ist wiederum ein Kriterium, das Google negativ wahrnimmt und mit einem reduzierten Rankingplatz abstraft. 

Wie genau schützt das SSL-Zertifikat? 

Werden Daten im Internet übertragen, können sie von Hackern ausgespäht und abgefangen werden. Besonders sensible Informationen werden zum Beispiel im Rahmen von Banküberweisungen transportiert. Werden sie nicht ausreichend geschützt, können Hacker als sogenannter “Man in the Middle” agieren: Sie platzieren ein Abhörprogramm auf dem Server, der eine Webseite hostet. Das Programm agiert im Hintergrund und bleibt von dem Host natürlich unentdeckt. Gelangen nun Besucher auf die Webseite und geben dort ihre Daten ein, schickt das Abhörprogramm sie an den Hacker. Er hat nun vollen Zugriff darauf und kann Namen, Adressen, Bankdaten und Co. verwenden. 

Verschlüsselte Datenübertragung
Verschlüsselte Datenübertragung dank SSL

Das SSL-Zertifikat wird genutzt, um eine verschlüsselte und damit sichere Verbindung aufzubauen. Möchte nun ein User auf Ihre Webseite zugreifen, baut sein Browser zunächst eine Verbindung zum Zertifikat auf. Dies überprüft er, um sicherzustellen, dass Ihre Webseite selbst sicher ist. Sodann kontaktiert er den Server über das SSL-Zertifikat und sorgt auf diese Weise dafür, dass Dritte keinen Zugriff auf die eingegebenen Daten erhalten. Ist ein Zertifikat auf Ihrer Homepage vorhanden, muss der User für dessen Nutzung nichts Weiteres mehr machen. Der reguläre Klick auf Ihren Link sorgt bereits dafür, dass die Kommunikation automatisch über das Zertifikat durchgeführt wird. 

Welche Zertifikatstypen gibt es? 

Möchte ein Internetnutzer auf eine Webseite zugreifen, wird ihm entweder das grüne Schloss oder ein rotes Dreieck mit einem Ausrufezeichen neben der URL angezeigt. Die verschiedenen Zeichen verraten, ob die aufgerufene Homepage ein SSL-Zertifikat nutzt. 

Vielen Usern ist deshalb gar nicht bewusst, dass es mehrere Zertifikatstypen gibt, die eine Webseite haben kann. Sie sind in verschiedenen Preiskategorien erhältlich, die sich in erster Linie hinsichtlich der Informationen im Zertifikat und der Überprüfung der Angaben unterscheiden. Für den User macht die Wahl des Zertifikats allerdings in der Regel keinen Unterschied. Die Daten werden in jedem Fall verschlüsselt übertragen. 

Das EV-Zertifikat (Extended Validation Zertifikat) 

Um das EV-Zertifikat zu erhalten, müssen Antragsteller eine Vielzahl von Angaben machen und sogar Kopien ihrer Personalausweise vorlegen. Sie werden im nächsten Schritt manuell von der Certificate Authority überprüft. Dieser erhöhte Aufwand hat seine Kosten: Antragsteller müssen ungefähr das Doppelte dessen zahlen, was ein anderer Zertifikatstyp kostet. Hierfür werden sie aber mit einem grünen Balken belohnt, der neben der URL angezeigt wird. Das EV-Zertifikat bietet aufgrund der manuellen Überprüfung und der vielen Informationen, die Antragsteller preisgeben müssen, den höchsten Sicherheitsstandard unter SSL-Zertifikaten. 

Das OV-Zertifikat (Organisations-validiertes Zertifikat) 

Im Rahmen des OV-Zertifikats prüft die Certificate Authority nicht nur den Domain-Namen, sondern auch den Namen der Firma und ihre Anschrift. Dafür wird oft der Handelsregistereintrag unter die Lupe genommen. 

Das DV-Zertifikat (Domain-validiertes Zertifikat) 

Das DV-Zertifikat kommt zum Einsatz, wenn lediglich der Domainname kontrolliert und bestätigt werden soll. Dieser Basisschutz dient der Verifizierung der Kontrolle des Antragsstellers über die angegebene Webseite. Der Firmenname spielt dabei keine Rolle. 

Welches Zertifikat ist das richtige für Ihre Webseite? 

Die Frage, ob Sie ein SSL-Zertifikat verwenden sollten, stellt sich in der heutigen Zeit nahezu nicht mehr. Deshalb geht es nur noch darum, welche Option die richtige Wahl für Sie ist. Nutzen Sie WordPress oder einen anderen Webhoster, ist im Regelfall bereits ein kostenloses SSL-Zertifikat in Ihrem Paket enthalten, sodass Sie sich hierum nicht mehr kümmern müssen. Dabei handelt es sich meist um das OV-Zertifikat, das eine grundlegende Kontrolle und damit einen Basisschutz bescheinigt. 

DSGVO und SSL_Zertifikat
Nach der DSGVO ist das SSL-Zertifikat in den meisten Fällen Pflicht

Möchten Sie das Vertrauen Ihrer Zielgruppe in Ihr Unternehmen erhöhen, können Sie trotzdem auf ein höherwertiges SSL-Zertifikat zurückgreifen. Dies ist mit weitergehenden Kosten und einem Mehraufwand verbunden, da Sie die benötigten Informationen selbst einreichen müssen. In der Regel können Sie sich diese Mühe sparen. Die Daten Ihrer User werden mit jedem Zertifikat verschlüsselt, sodass bereits mit der Basisvariante ein guter Schutzstandard erreicht wird. Darüber hinaus wissen die meisten Menschen nicht einmal, dass es verschiedene Arten von SSL-Zertifikaten gibt. Die Zeit und das Geld können Sie stattdessen investieren, um anderweitige Sicherheitslücken Ihrer Webseite zu schließen und damit den Schutz für Ihre Besucher und sich selbst zu stärken. 

Schließlich sollten Sie bei der Wahl Ihres Zertifikats beachten, dass die meisten Modelle lediglich für eine Domain genutzt werden können. Selbst Sub-Domains benötigen in der Regel bereits ein neues Zertifikat. Anders ist dies bei dem sogenannten Wildcard-Zertifikat, das nicht nur die Hauptdomain, sondern auch alle dazugehörigen Sub-Domains absichert. 

Wie lange ist ein SSL-Zertifikat gültig? 

Die meisten Zertifikate sind zwischen einem und drei Jahren gültig. Entscheiden Sie sich für ein SSL-Zertifikat mit einer längeren Laufzeit, erhalten Sie dafür meist einen kleinen Rabatt. Da das Zertifikat aber nicht mehr geändert werden kann, sollten Sie sich für die langfristige Variante nur dann entscheiden, wenn Sie die gewählte Domain tatsächlich auf Dauer behalten möchten. Wollen Sie die URL zwischenzeitlich wechseln, müssen Sie erneut ein SSL-Zertifikat dafür einrichten, da Ihr derzeitiges Zertifikat an eine einzige Domain gebunden ist. 

Sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, ein SSL-Zertifikat zu nutzen? 

Obwohl die Nutzung eines SSL-Zertifikats längst zum Standardschutz im Internet gehört und von den meisten Webseiten bereits umgesetzt wird, ist sie noch nicht in allen Ländern Pflicht. Auch in Deutschland ist sie gesetzlich nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nur dann vorgeschrieben, wenn Webseiten Onlineshops oder Formulare enthalten, über die Nutzer personenbezogene Daten eingeben können. Das gilt selbst dann, wenn User lediglich eine E-Mail-Adresse eingeben sollen.

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