WordPress-Plugins deaktivieren

Ein Plugin legt die Website lahm, oder Sie wollen einen Konflikt eingrenzen. Hier finden Sie alle Wege, Plugins abzu­schalten: im Dashboard, per FTP, in der Datenbank und per Komman­do­zeile. Dazu die Reihenfolge, in der Sie danach wieder akti­vieren.

  • Im DashboardEinzeln oder mehrere per Mehr­fach­ak­tion
  • Ohne BackendPlugin-Ordner per FTP umbe­nennen
  • Alle auf einmalactive_plugins in der Daten­bank leeren
Welcher Weg passt?nach Zugang
  • Backend erreichbarÜber Plugins → Instal­lierte Plugins deak­ti­vieren. EINFACH
  • Mail zum Wieder­her­stel­lungs­modusLink öffnen, das pausierte Plugin deak­ti­vieren. SCHNELL
  • Nur FTP oder Datei­ma­nagerOrdner in wp-content/plugins umbe­nennen. NOTFALL
  • Nur Daten­bank­zu­gangOption active_plugins in phpMy­Admin leeren. ALLE
  • SSH mit WP-CLIwp plugin deactivate für einzelne oder alle. SSH
Deak­ti­vieren ist umkehrbar. Legen Sie trotzdem vorher ein Backup an.

Deaktivieren, löschen, pausieren

Deak­ti­vieren schaltet ein Plugin ab, lässt aber Dateien und Einstel­lungen stehen. Sie können es jederzeit wieder aktivieren. Das ist der richtige Schritt für jede Fehler­suche. Löschen entfernt die Dateien. Viele Plugins räumen dabei auch ihre Einstel­lungen und Tabellen in der Datenbank ab. Löschen Sie deshalb erst, wenn Sie sicher sind, dass Sie das Plugin nicht mehr brauchen. Warum jedes über­flüs­sige Plugin ein Risiko ist, lesen Sie unter WordPress-Plugins.

  • Im Wieder­her­stel­lungs­modus ist ein Plugin nur für Sie pausiert. Besucher sehen den Fehler weiterhin, bis Sie es deak­ti­vieren.
  • Must-Use-Plugins in wp-content/mu-plugins lassen sich im Backend nicht deak­ti­vieren. Dort hilft nur, die Datei zu entfernen oder umzu­be­nennen.
Was bleibt erhalten?
  • Deak­ti­vierenDateien und Einstel­lungen bleiben. UMKEHRBAR
  • PausierenNur in Ihrer Sitzung im Wieder­her­stel­lungs­modus. TEMPORÄR
  • LöschenDateien weg, oft auch die Daten des Plugins. ENDGÜLTIG
Zur Fehlersuche immer deak­ti­vieren, nie gleich löschen.

Im Dashboard in drei Schritten

Solange Sie sich anmelden können, ist das der sauberste Weg. WordPress führt dabei die Aufräum­rou­tine des Plugins aus.

  1. 1

    Plugin-Liste öffnen

    Gehen Sie zu Plugins → Instal­lierte Plugins. Aktive Plugins sind in der Liste hervor­ge­hoben.

  2. 2

    Einzeln deaktivieren

    Klicken Sie unter dem Namen des Plugins auf Deak­ti­vieren. Die Seite lädt neu und das Plugin steht unter „Inaktiv“.

  3. 3

    Mehrere auf einmal

    Setzen Sie Häkchen bei den Plugins oder oben beim Kontroll­käst­chen für alle. Wählen Sie unter Mehr­fach­ak­tionen den Eintrag Deak­ti­vieren und klicken Sie auf Anwenden.

    In einer Multisite heißt der Link im Netzwerk-Backend Netz­werk­weit deak­ti­vieren.

Ohne Zugriff aufs Backend

Zeigt die Website nur noch einen Fehler oder bleibt weiß, kommen Sie über den Server an die Plugins. Die Ursachen dafür erklärt die Seite zum kriti­schen Fehler.

  1. 1

    Mail zum Wiederherstellungsmodus prüfen

    Bei einem schweren PHP-Fehler schickt WordPress eine Mail an die Admin-Adresse. Sie enthält einen Link, der stan­dard­mäßig einen Tag gilt. Über ihn melden Sie sich an und sehen, welches Plugin pausiert ist.

    Deak­ti­vieren Sie dieses Plugin dort. Erst dann ist die Website auch für Besucher wieder erreichbar.

  2. 2

    Plugin-Ordner per FTP umbenennen

    Verbinden Sie sich per SFTP oder mit dem Datei­ma­nager Ihres Hosters. Öffnen Sie wp-content/plugins und benennen Sie den Ordner des verdäch­tigen Plugins um. Wissen Sie nicht, welches es ist, benennen Sie den ganzen Ordner plugins um.

    wp-content/plugins/beispiel-plugin  →  beispiel-plugin-aus
    wp-content/plugins                  →  plugins-aus

    WordPress lädt fehlende Plugins nicht mehr. Sie stehen aber weiter in der Liste der aktiven Plugins, bis Sie im Backend die Plugin-Seite öffnen.

  3. 3

    Deaktivierung festschreiben

    Melden Sie sich an und öffnen Sie Plugins → Instal­lierte Plugins. WordPress meldet: „Das Plugin … wurde aufgrund eines Fehlers deaktiviert: Diese Plugindatei existiert nicht.“ Jetzt ist es wirk­lich deak­ti­viert.

    Benennen Sie die Ordner danach zurück. Lassen Sie diesen Schritt aus, sind nach dem Zurück­be­nennen alle Plugins sofort wieder aktiv.

    Beim Umbenennen läuft die Deak­ti­vie­rungs­rou­tine des Plugins nicht. Das ist gewollt, weil sie den Fehler auslösen könnte.

  4. 4

    Alle Plugins in der Datenbank abschalten

    Sichern Sie zuerst die Datenbank. Öffnen Sie in phpMyAdmin die Tabelle wp_options. Das Präfix kann anders heißen, es steht als $table_prefix in der wp-config.php.

    Suchen Sie die Zeile mit option_name gleich active_plugins. Kopieren Sie den alten Inhalt von option_value in eine Textdatei und ersetzen Sie ihn durch:

    a:0:{}

    Das ist ein leeres Array: alle Plugins sind aus. Einzelne Plugins aus dem Wert zu streichen ist fehler­an­fällig, weil die Längen­an­gaben stimmen müssen. Dafür ist das Umbenennen per FTP sicherer. Mehr zur Struktur lesen Sie unter Word­Press-Datenbank.

  5. 5

    Mit WP-CLI per SSH

    Haben Sie SSH-Zugang, geht es mit einem Befehl. --skip-plugins sorgt dafür, dass WP-CLI das defekte Plugin selbst nicht lädt.

    wp plugin list --status=active
    wp plugin deactivate beispiel-plugin --skip-plugins
    wp plugin deactivate --all --skip-plugins

Typische Stolperfallen

Diese Punkte fehlen in den meisten Anleitungen und kosten im Notfall Zeit.

Wieder aktivieren, aber einzeln

Aktivieren Sie ein Plugin nach dem anderen und prüfen Sie jeweils Startseite und Backend. Tritt der Fehler wieder auf, ist das zuletzt aktivierte Plugin der Auslöser. Bei vielen Plugins halbieren Sie die Menge und testen block­weise.

Fehlermeldung zuerst lesen

Oft nennt das Fehler­pro­to­koll Datei und Plugin schon beim Namen. Dann müssen Sie nicht alle Plugins abschalten.

Multisite hat eine eigene Liste

Netz­werk­weit aktive Plugins stehen nicht in active_plugins, sondern als active_sitewide_plugins in der Tabelle wp_sitemeta. Umbenennen per FTP wirkt dagegen überall.

Mu-Plugins und Drop-ins

Dateien in wp-content/mu-plugins und Drop-ins wie object-cache.php laden ohne Akti­vie­rung. Ist dort der Fehler, hilft das Deak­ti­vieren normaler Plugins nicht.

Wann Sie besser Hilfe holen

Plugins abschalten ist schnell gemacht. Schwieriger ist, den Auslöser zu finden und die Website wieder vollständig in Betrieb zu nehmen, ohne Daten zu verlieren. Weitere Fehlerbilder finden Sie in der Übersicht WordPress-Fehler lösen.

  • Der Fehler bleibt, obwohl alle Plugins deak­ti­viert sind.
  • Es handelt sich um einen Shop, in dem gerade Bestel­lungen fehlen.
  • Sie haben keinen FTP- oder Daten­bank­zu­gang oder kein aktu­elles Backup.
WordPress-Hilfe auch für Nicht-Kunden

Wir finden das fehlerhafte Plugin, stellen die Website wieder her und testen Updates künftig vorab. Schreiben Sie uns über die WordPress-Hilfe.

Nachricht oder Termin WordPress-Hilfe im Notfall

Fragen zum Deaktivieren

Wie kann ich ein WordPress-Plugin deaktivieren?

Unter Plugins → Instal­lierte Plugins auf Deak­ti­vieren klicken. Mehrere Plugins deak­ti­vieren Sie über Mehr­fach­ak­tionen und Anwenden. Ohne Backend benennen Sie den Plugin-Ordner in wp-content/plugins per FTP um.

Wie kann ich ein WordPress-Plugin per FTP deaktivieren?

Den Ordner des Plugins in wp-content/plugins umbenennen. Öffnen Sie danach einmal die Plugin-Seite im Backend, damit WordPress die Deak­ti­vie­rung speichert. Erst dann den Ordner zurück­be­nennen.

Wie deaktiviere ich alle Plugins über die Datenbank?

In der Tabelle wp_options den Wert von active_plugins auf a:0:{} setzen. Sichern Sie vorher die Datenbank und notieren Sie den alten Wert. Das Tabellenpräfix kann statt wp_ anders lauten.

Gehen Einstellungen beim Deaktivieren verloren?

Nein, beim Deak­ti­vieren bleiben Einstel­lungen in der Regel erhalten. Daten entfernt ein Plugin meist erst beim Löschen. Wer ein Plugin nur testweise abschaltet, verliert also nichts.

Wie deinstalliere ich ein Plugin?

Erst deak­ti­vieren, dann in der Plugin-Liste auf Löschen klicken. Dabei entfernt WordPress die Dateien, und viele Plugins löschen auch ihre Daten. Legen Sie vorher ein Backup an.

Warum deaktivieren sich Plugins von selbst?

Meist fehlt die Plugin-Datei, etwa nach einem abge­bro­chenen Update. WordPress deaktiviert beim Öffnen der Plugin-Seite jedes Plugin, dessen Datei nicht mehr existiert. Das passiert auch, wenn Ordner bei einem Umzug fehlen oder umbe­nannt wurden.

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