WordPress SMTP einrichten: wenn E-Mails nicht ankommen

Kontakt­an­fragen fehlen, Bestell­mails landen im Spam oder die Mail zum neuen Passwort kommt nie an? Meist verschickt WordPress seine Mails ohne Anmeldung. SMTP behebt das.

  • Warum Mails verschwindenWarum WordPress-Mails verschwinden
  • SMTP Schritt für SchrittSMTP Schritt für Schritt einrichten
  • Fehler schnell findenTypische Fehler und ihre Ursache
Diese Mails verschickt Ihre Website
  • Kontakt­for­mularAnfragen von Besu­chern an Sie. Formular
  • Bestell­mailsBestätigung an Kunden, Meldung an Sie. Shop
  • Passwort zurück­setzenOhne diese Mail kommt niemand ins Konto. Login
  • Hinweis bei kriti­schem FehlerMit dem Link zum Wieder­her­stel­lungs­modus. Notfall
Ohne SMTP landet jede davon leicht im Spam.

Warum WordPress-Mails im Spam landen

WordPress verschickt jede Mail über die Funktion wp_mail(). Ohne Plugin gibt sie die Mail an die PHP-Funktion mail() des Webservers weiter. Der Server schickt sie ab, ohne sich an einem echten Postfach anzu­melden. Als Absender setzt WordPress von sich aus wordpress@ und Ihre Domain ein. Diese Adresse gibt es meist nicht. Oft ist der Webserver auch nicht als erlaubter Absender Ihrer Domain einge­tragen. Für Gmail, Outlook oder GMX sieht das aus wie eine Fälschung. Die Mail landet im Spam oder wird still abge­wiesen. Manche Hoster sperren mail() ganz oder begrenzen es stark. Dann verschwindet die Mail, ohne dass WordPress einen Fehler zeigt. Ein schneller Test: Fordern Sie auf der Login-Seite über „Passwort vergessen?“ eine Mail an. Kommt sie nicht, betrifft das alle Mails Ihrer Website.

  • SMTP meldet sich an einem echten Post­fach an
  • Absender und Domain passen zusammen
  • Fehler werden sichtbar statt still
Wie eine Mail Ihre Website verlässt wp_mail()
  • PHP mail() des Webser­versOhne Anmeldung, oft ohne SPF und DKIM. unsicher
  • Absender „wordpress@“Mit Ihrer Domain, aber meist ohne echtes Post­fach. Spam
  • SMTP mit echtem Post­fachAnmeldung mit Benutzer und Passwort, verschlüs­selt. zuverlässig
  • Mail-Dienst per APIFür Shops und viele Mails, mit Log. viele Mails

SPF, DKIM und DMARC einfach erklärt

Drei Einträge im DNS Ihrer Domain zeigen dem Empfänger, dass eine Mail wirklich von Ihnen kommt. Google verlangt von jedem Absender SPF oder DKIM, von Massenversendern alle drei.

SPF: wer senden darf

Eine Liste der Server, die für Ihre Domain Mails verschi­cken dürfen. Pro Domain darf es nur einen SPF-Eintrag geben. Zwei Einträge machen beide ungültig.

DKIM: die digitale Unterschrift

Ihr Mail-Anbieter unter­schreibt jede Mail, der passende Schlüssel steht im DNS. Hoster und Mail-Dienste schalten DKIM oft per Klick frei.

DMARC: die Regel für Fälschungen

Sagt dem Empfänger, was mit Mails passiert, die SPF und DKIM nicht bestehen. Starten Sie mit p=none und lesen Sie die Berichte, bevor Sie strenger werden.

So prüfen Sie es

Schicken Sie eine Testmail an ein Gmail-Postfach. Unter „Original anzeigen“ steht, ob SPF, DKIM und DMARC „PASS“ melden.

So sehen die Einträge aus Beispiel

SPF steht als TXT-Eintrag direkt auf Ihrer Domain, DMARC auf der Subdo­main _dmarc. Die genauen Werte nennt Ihr Hoster oder Mail-Dienst.

ihre-domain.de         TXT  "v=spf1 include:spf.ihr-mailanbieter.de ~all"
_dmarc.ihre-domain.de  TXT  "v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc@ihre-domain.de"

Ein falscher DNS-Eintrag kann auch Ihre normalen Firmen-Mails stoppen. Notieren Sie vorher den alten Stand oder lassen Sie es jemanden machen, der DNS regel­mäßig pflegt.

Welches SMTP-Plugin: kostenlos oder Pro?

Alle drei verbrei­teten Plugins leiten die Mails von WordPress auf SMTP oder einen Mail-Dienst um. Sie unterscheiden sich vor allem darin, was kostenlos ist. Nutzen Sie nur eines, zwei stören sich gegen­seitig.

WP Mail SMTP, kostenlose Version

Reicht für die meisten Websites. Sie versendet über jeden SMTP-Server, Gmail, Brevo, Mailgun, SendGrid und weitere Dienste. Testmail und ein Fehlerprotokoll sind dabei.

WP Mail SMTP Pro

Kosten­pflichtig kommen ein voll­stän­diges Mail-Log, Berichte, Warnungen bei Fehlern und eine Ersatz­ver­bin­dung dazu. Microsoft 365, Amazon SES und Zoho binden Sie nur in Pro direkt an.

FluentSMTP

Komplett kostenlos, es gibt keine Pro-Version. Mail-Log, erneutes Senden, eine Ersatz­ver­bin­dung und die Anbindung an Microsoft 365 sind enthalten.

Post SMTP

Die kostenlose Version bringt schon ein Mail-Log, Fehler­hin­weise und eine Ersatz­ver­bin­dung mit. Pro ergänzt etwa Öffnungs-Tracking und automatisches erneutes Senden.

Die SMTP-Zugangsdaten

Die Daten finden Sie im Kundenmenü Ihres Hosters beim E-Mail-Postfach oder in der Anleitung Ihres Mail-Anbieters. Legen Sie am besten ein eigenes Postfach nur für die Website an, etwa website@ihre-domain.de. Ändert jemand das Passwort seines persön­li­chen Postfachs, läuft der Versand dann weiter. Ob Port 587 oder 465, gibt der Anbieter vor. Richtig eingestellt sind beide gleich sicher. Port 25 ohne Verschlüs­se­lung sollten Sie nicht nutzen.

  • Benut­zer­name ist meist die volle Adresse
  • Absender gleich dem Post­fach
  • Immer mit Verschlüs­se­lung
Das tragen Sie ein SMTP
  • SMTP-ServerEtwa smtp.ihr-anbieter.de, steht beim Hoster. Host
  • Port 587Verschlüs­se­lung per STARTTLS, im Plugin meist „TLS“. 587
  • Port 465Verschlüs­selt von Anfang an, im Plugin „SSL“. 465
  • Benut­zer­name und Pass­wortDie Anmel­de­daten des Postfachs, meist die volle Adresse. Login
  • Absen­der­adresseEine Adresse Ihrer Domain, am besten das Post­fach selbst. Domain

WP Mail SMTP einrichten: Schritt für Schritt

Am Beispiel der kosten­losen Version. FluentSMTP und Post SMTP fragen dieselben Daten ab, nur an anderer Stelle.

  1. 1

    Das Plugin installieren

    Unter Plugins → Instal­lieren suchen Sie „WP Mail SMTP“, instal­lieren und aktivieren es. Danach startet ein Einrich­tungs­as­sis­tent. Sie können ihn nutzen oder direkt zu WP Mail SMTP → Einstel­lungen wech­seln.

  2. 2

    Den Absender festlegen

    Tragen Sie bei „E-Mail-Adresse des Absenders“ die Adresse Ihres Postfachs ein. Setzen Sie den Haken, der diese Adresse erzwingt. Dann nutzen auch Formulare und Shop denselben Absender. Den Namen wählen Sie frei, etwa Ihren Firmen­namen.

    Aktivieren Sie außerdem „Return Path setzen“. Unzustellbare Mails kommen dann in diesem Postfach an, und Sie bemerken sie.

  3. 3

    Den Mailer wählen und die Daten eintragen

    Wählen Sie „Anderer SMTP-Server“. Tragen Sie Server, Verschlüs­se­lung, Port, Benut­zer­name und Passwort ein. Die Authentifizierung bleibt einge­schaltet. Nutzen Sie Gmail oder einen Mail-Dienst, wählen Sie stattdessen dessen eigenen Eintrag.

    Microsoft 365 schaltet die Anmeldung per Passwort für SMTP schritt­weise ab. Dort brauchen Sie eine Anmeldung per OAuth: bei WP Mail SMTP in Pro, bei FluentSMTP kostenlos.

  4. 4

    Das Passwort in die wp-config.php verlegen (optional)

    Sonst liegt das Passwort in der Datenbank. Sicherer ist die wp-config.php im Haupt­ver­zeichnis. Ergänzen Sie dort über dem Kommentar, der das Ende der Einstellungen markiert:

    define( 'WPMS_ON', true );
    define( 'WPMS_SMTP_PASS', 'Ihr-Passwort' );

    Das Feld im Plugin ist danach gesperrt. Bearbeiten Sie die Datei nur mit Backup: Ein Tippfehler legt die ganze Website lahm.

  5. 5

    Eine Testmail senden

    Unter WP Mail SMTP → Werkzeuge → E-Mail-Test schicken Sie eine Testmail. Nehmen Sie eine Adresse außerhalb Ihrer Domain, am besten Gmail. Dort prüfen Sie gleich SPF, DKIM und DMARC.

  6. 6

    Fehler im Protokoll nachlesen

    Scheitert der Test, steht der Grund unter WP Mail SMTP → Werkzeuge → Debug-Ereignisse. Ein Log aller Mails zeigt, ob WordPress eine Mail überhaupt abgeschickt hat. Bei WP Mail SMTP gibt es das nur in Pro, bei FluentSMTP und Post SMTP kostenlos.

Formulare und WooCommerce: den Absender richtig setzen

Die häufigste Falle: Das Formular trägt die Adresse des Besuchers als Absender ein. Ihr Server darf aber nicht im Namen von gmail.com oder gmx.de senden.

Contact Form 7

Im Reiter „E-Mail“ gehört ins Feld „Von“ eine Adresse Ihrer Domain. Die Adresse des Besuchers tragen Sie unter „Zusätzliche Kopfzeilen“ ein: Reply-To: [your-email]. So antworten Sie trotzdem direkt dem Besu­cher.

WPForms

Im Formular unter Einstel­lungen → Benach­rich­ti­gungen steht als Absender oft die Admin-Adresse. Tragen Sie Ihre Domain-Adresse ein und legen Sie das E-Mail-Feld des Formulars auf „Antwort-an“.

WooCommerce

Unter WooCommerce → Einstel­lungen → E-Mails setzen Sie bei den Absen­der­op­tionen die „Von“-Adresse Ihrer Domain. Welche Mails WooCommerce abgeschickt hat, zeigt WooCommerce → Status → Protokolle mit der Quelle tran­sac­tional-emails.

Bestellmail erneut senden

In der Bestellung finden Sie rechts die Bestel­l­ak­tionen. Dort senden Sie die Benach­rich­ti­gung erneut. Bestellungen mit „Zahlung ausstehend“ lösen noch keine Mail aus, das ist kein Fehler.

Mails kommen nicht an: die häufigsten Ursachen

Die Meldung aus der Testmail oder dem Protokoll verrät fast immer die Ursache. Diese sechs Fälle kommen am häufigsten vor.

Keine Verbindung zum Server

„Could not connect to SMTP host“ heißt: Server oder Port stimmen nicht, oder der Hoster sperrt den Port nach außen. Prüfen Sie die Schreib­weise, probieren Sie den anderen Port oder nutzen Sie den SMTP-Server Ihres Hosters.

Anmeldung abgelehnt

„Could not authen­ti­cate“ bedeutet: Benut­zer­name oder Passwort sind falsch. Der Benutzername ist fast immer die volle Mail-Adresse. Gmail und Microsoft 365 verlangen ein App-Pass­wort oder OAuth.

Testmail kommt an, aber im Spam

Dann fehlen SPF, DKIM oder DMARC, oder der Absender passt nicht zur Domain. In Gmail zeigt „Original anzeigen“, welcher Eintrag schei­tert.

Testmail geht, Formular nicht

Das Formular setzt einen eigenen Absender, oft die Adresse des Besu­chers. Korrigieren Sie ihn im Formular oder erzwingen Sie den Absender im SMTP-Plugin.

Nur Mails an die eigene Domain fehlen

Liegen Ihre Postfächer woanders als die Website, stellt der Webserver solche Mails manchmal intern zu. Sie landen in einem Postfach, das niemand liest. SMTP über Ihren echten Mail-Anbieter löst das.

Früher ging es, jetzt nicht mehr

Typische Auslöser sind ein neues Postfach-Passwort, ein Umzug, geänderte DNS-Einträge oder ein erreichtes Versand­limit. Log und Debug-Ereignisse zeigen, seit wann.

Mail-Dienste und Datenschutz

Für eine normale Unter­neh­mens-Website reicht meist das Postfach beim Hoster. Viele Hoster begrenzen aber die Zahl der Mails pro Stunde. Verschickt ein Shop viele Bestell­mails, lohnt ein Trans­ak­ti­ons­mail-Dienst. Er ist auf Zustellung spezia­li­siert und zeigt genau, welche Mail ange­kommen ist. Diese Mails enthalten perso­nen­be­zo­gene Daten wie Namen, Adressen und Bestel­lungen. Der Dienst verarbeitet sie in Ihrem Auftrag. Sie brauchen deshalb einen Vertrag zur Auftrags­ver­ar­bei­tung. Am einfachsten ist ein Anbieter mit Sitz und Servern in der EU. Bei Anbietern aus den USA ist eine zusätzliche Prüfung nötig. Nennen Sie den Dienst in Ihrer Daten­schutz­er­klä­rung.

Darauf achten Sie bei einem Mail-Dienst
  • Sitz und Server in der EUDas macht den Datenschutz am einfachsten. EU
  • Vertrag zur Auftrags­ver­ar­bei­tungNach Art. 28 DSGVO, meist im Kunden­konto abrufbar. Pflicht
  • DKIM für Ihre DomainDer Dienst unter­schreibt mit Ihrer Domain, nicht mit seiner. Zustellung
  • Log und Rück­läuferSie sehen, welche Mail zugestellt oder abge­wiesen wurde. Kontrolle

Wann Sie besser Hilfe holen

Ein SMTP-Plugin ist schnell instal­liert. Schwierig wird es bei DNS-Einträgen und bei Fehlern, die sich nicht klar zeigen. Dann sparen Sie Zeit und Risiko, wenn jemand übernimmt, der das täglich macht.

  • Bestell­mails Ihres Shops fehlen gerade
  • DNS-Einträge müssen geän­dert werden
  • Ihre Firmen-Mails liegen bei Microsoft 365 oder Google
  • Der Fehler kommt nach kurzer Zeit wieder
WordPress-Hilfe auch für Nicht-Kunden

Wir richten den Versand ein, prüfen SPF, DKIM und DMARC und testen jede Mail Ihrer Website: Formular, Shop und Pass­wort. Danach wissen Sie, dass jede Mail ankommt.

Dauerhaft im Blick behalten wir den Versand in unserer Website-Betreuung.

Nachricht oder Termin WordPress-Hilfe im Notfall

Fragen zu WordPress SMTP

Ist WP Mail SMTP kostenlos?

Ja, in der Grund­ver­sion. Die kostenlose Version aus dem Plugin-Verzeichnis versendet per SMTP, Gmail und vielen Mail-Diensten. Mail-Log, Fehlerwarnungen, Ersatz­ver­bin­dung und Microsoft 365 gibt es nur in der kostenpflichtigen Pro-Version.

Warum funktioniert mein SMTP-Server nicht?

Meist wegen falscher Zugangs­daten oder eines gesperrten Ports. Vergleichen Sie Server, Port und Verschlüs­se­lung mit den Angaben des Anbieters. Die Meldung im Protokoll zeigt, ob die Verbindung oder die Anmel­dung schei­tert.

Wieso kommen bei mir keine E-Mails mehr an?

Meist hat sich etwas geän­dert. Oft ist es ein neues Postfach-Passwort, ein Umzug oder eine DNS-Änderung. Prüfen Sie zuerst mit einer Testmail, ob WordPress über­haupt noch versendet.

Warum kommen bestimmte Mails nicht an?

Weil der Empfänger sie filtert oder abweist. Große Anbieter wie Gmail prüfen strenger als kleine. Auch ein volles Postfach oder ein Absender auf einer Sperrliste führen dazu. Das Log zeigt die Antwort des Empfän­gers.

Ist ein WordPress-Kontaktformular DSGVO-konform?

Das kann es sein. Es braucht eine verschlüs­selte Verbindung, nur nötige Felder und einen Hinweis in der Daten­schutz­er­klä­rung. Läuft der Versand über einen Mail-Dienst, gehört ein AV-Vertrag dazu.

Geht SMTP auch ohne Plugin?

Ja, mit ein paar Zeilen Code. Über den Hook phpmailer_init lässt sich der Versand auf SMTP umstellen. Dann fehlen aber Testmail und Log. Für die meisten Websites ist ein Plugin die bessere Wahl.

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