WordPress-Backup-Plugin richtig auswählen
WordPress bringt keine vollständige Sicherung mit, also braucht fast jede Website ein Backup-Plugin. Die Auswahl ist groß, und viele Vergleiche zählen nur Funktionen auf. Hier sehen Sie, welche Kriterien im Ernstfall zählen, was die Gratisversionen bekannter Plugins können und wie Sie prüfen, ob Ihr Backup wirklich funktioniert.
- Sechs KriterienWas im Ernstfall wirklich zählt
- Gratis oder PremiumWo die kostenlosen Versionen enden
- Wiederherstellung testenErst dann ist ein Backup ein Backup
- Dateien und DatenbankBeide Teile vom selben Zeitpunkt, sonst keine Wiederherstellung. PFLICHT
- Automatischer ZeitplanSicherungen laufen ohne Ihr Zutun. PFLICHT
- Externer SpeicherortKopien liegen außerhalb des Webspace. PFLICHT
- WiederherstellungZurückspielen ohne Handarbeit, vorher getestet. PFLICHT
- Inkrementell, verschlüsseltWichtig bei großen Websites und Shops. OFT PREMIUM
Was WordPress selbst sichert
Eine WordPress-Website besteht aus Dateien und einer Datenbank. In den Dateien stecken Theme, Plugins und Bilder, in der Datenbank Texte, Einstellungen, Benutzer und Bestellungen. Laut WordPress-Dokumentation brauchen Sie beides, um eine Website vollständig wiederherzustellen. WordPress hat dafür keine eingebaute Funktion. Werkzeuge → Export erzeugt nur eine XML-Datei mit Beiträgen, Seiten, Kommentaren und Kategorien. Theme, Plugins, Mediendateien und Einstellungen fehlen darin. Wofür der Export trotzdem taugt, zeigt WordPress exportieren. Auch die Sicherung des Hosters ersetzt kein eigenes Backup. Warum das so ist und welche vier Bedingungen eine Kopie zum Backup machen, erklärt die Seite Was ein Backup leisten muss. Hier geht es um die Frage danach: welches Plugin diese Bedingungen erfüllt.
- Werkzeuge → ExportNur Inhalte als XML, keine Dateien. KEIN BACKUP
- Hoster-SicherungLiegt beim selben Anbieter, Zugriff oft nur auf Anfrage. ZUSATZ
- Datenbank-DumpNur die Datenbank, Dateien fehlen. TEIL
- Backup-PluginDateien und Datenbank, automatisch und extern. VOLLSTÄNDIG
Sechs Kriterien für die Auswahl
Die meisten Vergleiche listen Speicherziele und Preise. Entscheidend ist aber, ob die Sicherung zuverlässig läuft und sich im Notfall zurückspielen lässt.
Zeitplan, der wirklich läuft
Plugins starten Sicherungen meist über WP-Cron. Das läuft nur, wenn jemand die Website aufruft. Bei wenig Besuch verschiebt sich das Backup. Ein echter Cronjob beim Hoster löst das.
Externes Ziel in der Gratisversion
Prüfen Sie, ob Cloud-Speicher, SFTP oder S3 schon kostenlos enthalten sind. Bei manchen Plugins sichert die Gratisversion nur in den eigenen Webspace.
Wiederherstellung per Klick
Manche Gratisversionen spielen nur Archive zurück, die Sie selbst herunterladen und wieder hochladen. Das dauert im Notfall und scheitert oft am Upload-Limit.
Upload-Limit erhöhenGroße Websites und Shops
PHP bricht Skripte nach einer festen Laufzeit ab. Gute Plugins arbeiten in Portionen. Inkrementelle Sicherungen kopieren nur Änderungen und belasten den Server weniger.
Schutz der Archive
Ein Backup enthält alle Daten, auch Passwort-Hashes und Kundendaten. Achten Sie auf Verschlüsselung und darauf, dass lokale Archive nicht öffentlich abrufbar sind.
Umzug und Staging
Viele Backup-Plugins können eine Website auch auf eine andere Domain übertragen. Das ist praktisch, aber ein Zusatz. Wählen Sie nicht danach, sondern nach der Sicherung.
Bekannte Plugins: was die Gratisversion kann
Diese Plugins stehen im Verzeichnis auf wordpress.org und werden aktiv gepflegt. Die Übersicht ist keine Rangliste. Funktionen ändern sich, prüfen Sie die Plugin-Seite vor der Installation.
Ein Plugin für die Sicherung reicht. Zwei Backup-Plugins, die gleichzeitig laufen, belasten den Server doppelt und stören sich gegenseitig. Wie Sie ein Plugin sauber einspielen, zeigt Plugin installieren.
- UpdraftPlus: Zeitplan, Wiederherstellung und viele externe Ziele wie Google Drive, Dropbox, S3 und FTP sind kostenlos. Inkrementelle Backups, Verschlüsselung der Datenbank und die Sicherung vor Updates gibt es nur in der Bezahlversion.
- WPvivid: Zeitplan, Wiederherstellung, Umzug und Cloud-Ziele inklusive SFTP sind kostenlos. Inkrementelle Backups und das Zurückspielen direkt aus dem Cloud-Speicher kosten extra.
- BackWPup: Zeitplan und externe Ziele wie Dropbox, S3 und FTP sind kostenlos. Zurückspielen geht in der Gratisversion nur mit einem Archiv, das Sie selbst hochladen.
- Duplicator: Stark beim Umzug, Archive sind auch kostenlos verschlüsselbar. Zeitgesteuerte Sicherungen und die meisten Cloud-Ziele gibt es nur in der Bezahlversion.
- All-in-One WP Migration: Vor allem ein Werkzeug für den Umzug per Export und Import. Zeitplan und Cloud-Ziele sind kostenpflichtige Erweiterungen. Große Archive scheitern ohne Erweiterung oft am Upload-Limit des Servers.
- Dienste wie Jetpack VaultPress Backup oder BlogVault: Sie sichern inkrementell auf die Server des Anbieters. Das entlastet den eigenen Server, ist aber ein Abo ohne dauerhafte Gratisstufe.
Einrichten und testen in fünf Schritten
Die Menüs heißen in jedem Plugin anders, der Ablauf ist gleich. Planen Sie für den ersten Durchgang eine Stunde ein, inklusive Test.
-
1
Umfang festlegen
Sichern Sie Datenbank, Uploads, Plugins, Themes und die Datei
wp-config.php. Den WordPress-Kern können Sie jederzeit neu herunterladen.Schließen Sie Cache-Ordner und alte Backup-Archive aus. Sonst wächst jede Sicherung unnötig.
-
2
Zeitplan wählen
Wie oft, hängt davon ab, wie viel sich ändert. Die WordPress-Dokumentation nennt wöchentlich für kleine Websites und täglich für aktive. Ein Shop mit laufenden Bestellungen braucht deutlich kürzere Abstände.
Legen Sie fest, wie viele Stände das Plugin aufbewahrt. Mehrere Wochen zurück sind sinnvoll, weil manche Fehler oder Infektionen erst spät auffallen.
-
3
Externes Ziel verbinden
Verbinden Sie einen Speicher außerhalb Ihres Hostings, etwa einen Cloud-Speicher oder einen SFTP-Server. Nutzen Sie dafür ein eigenes Konto, nicht das private.
Viele Cloud-Ziele arbeiten mit einer Freigabe, die ablaufen kann. Das Plugin meldet das oft nur im Protokoll.
-
4
Ersten Lauf prüfen
Starten Sie eine Sicherung von Hand und lesen Sie danach das Protokoll. Prüfen Sie im Zielspeicher, ob alle Archive angekommen sind und die Größe plausibel ist.
Richten Sie E-Mail-Benachrichtigungen bei Fehlern ein. Kommen keine E-Mails an, liegt es meist am Versand, siehe WordPress SMTP.
-
5
Wiederherstellung testen
Spielen Sie ein Backup auf einer Testumgebung zurück, nie zum ersten Mal auf der Live-Website. Prüfen Sie danach Seiten, Bilder, Formulare und die Anmeldung.
Eine Wiederherstellung überschreibt die Website mit dem älteren Stand. Alles, was danach geändert wurde, ist weg. Bei Shops betrifft das auch Bestellungen.
Testumgebung einrichten
Typische Probleme mit Backup-Plugins
Die meisten Backups scheitern nicht beim Zurückspielen, sondern schon vorher, und zwar still.
Automatische Sicherungen sollten Sie gelegentlich mit einer manuellen vergleichen. Das empfiehlt auch die WordPress-Dokumentation, um sicherzugehen, dass der Ablauf funktioniert.
- Sicherung bricht ab: PHP beendet Skripte nach der eingestellten Laufzeit, oft 30 Sekunden. Reduzieren Sie den Umfang, nutzen Sie die Portions-Einstellungen des Plugins oder erhöhen Sie das Limit beim Hoster.
- Backup läuft Stunden zu spät oder gar nicht: WP-Cron wird nur durch Seitenaufrufe ausgelöst. Setzen Sie
DISABLE_WP_CRONin derwp-config.phpund lassen Siewp-cron.phpper Cronjob des Hosters aufrufen. - Speicherplatz voll: Das Plugin behält alle Archive zusätzlich im Webspace. Begrenzen Sie die lokale Aufbewahrung.
- Sicherung wird blockiert: Ein Sicherheits-Plugin oder eine Firewall stoppt den Lauf. Prüfen Sie die Protokolle beider Plugins.
- Datenbank zu groß: Revisionen, Protokolle und verwaiste Tabellen blähen sie auf. Wie Sie die Datenbank gezielt sichern und aufräumen, zeigt Datenbank sichern.
Wann Sie besser Hilfe holen
Ein Backup-Plugin für eine kleine Website richten Sie in einer Stunde ein. Schwierig wird es, wenn die Website groß ist, ein Shop täglich Bestellungen erhält oder niemand die Protokolle regelmäßig liest.
- Die Sicherung bricht immer wieder ab oder das Archiv ist unvollständig.
- Sie müssen jetzt ein Backup zurückspielen und die Website ist nicht erreichbar.
- Ein Shop braucht Sicherungen in kurzen Abständen, ohne dass Bestellungen verloren gehen.
Wir sichern Websites unabhängig vom Hoster an mehreren Orten und prüfen jeden Lauf. Wie das abläuft, steht unter Backup und Wiederherstellung.
Fragen zum Backup-Plugin
Welches WordPress-Backup-Plugin ist das richtige?
Das, das automatisch auf einen externen Speicher sichert und sich zuverlässig zurückspielen lässt. Prüfen Sie, ob Zeitplan, externe Ziele und Wiederherstellung schon in der Gratisversion enthalten sind. Bei großen Websites und Shops zählen zusätzlich inkrementelle Sicherungen.
Gibt es ein kostenloses Backup-Plugin für WordPress?
Ja, mehrere Plugins sichern kostenlos nach Zeitplan und auf externe Speicher. Beispiele sind UpdraftPlus, WPvivid und BackWPup. Die Grenzen liegen meist bei inkrementellen Backups, Verschlüsselung und dem Zurückspielen direkt aus der Cloud.
Wie kann man ein WordPress-Backup erstellen?
Am einfachsten mit einem Backup-Plugin, das Dateien und Datenbank gemeinsam sichert. Legen Sie Umfang, Zeitplan und ein externes Ziel fest und starten Sie eine erste Sicherung von Hand. Ohne Plugin sichern Sie die Dateien per SFTP und die Datenbank per phpMyAdmin oder mysqldump.
Wie kann ich ein WordPress-Backup einspielen?
Über die Wiederherstellung im Backup-Plugin, das die Sicherung erstellt hat. Wählen Sie den Stand und spielen Sie Dateien und Datenbank gemeinsam zurück. Testen Sie das vorher auf einer Kopie, denn alles, was nach der Sicherung geändert wurde, geht verloren.
Reicht die Sicherung meines Hosters nicht aus?
Als einzige Sicherung nicht. Kopie und Original liegen beim selben Anbieter, und wie weit die Stände zurückreichen, bestimmt der Hoster. Ein eigenes Backup an einem zweiten Ort schließt diese Lücke.
Kann ich mit einem Backup-Plugin die Website umziehen?
Mit vielen ja, etwa mit Duplicator, WPvivid oder All-in-One WP Migration. Die Plugins passen dabei die Adressen in der Datenbank an. Bei großen Websites oder einem Wechsel des Hosters ist ein geplanter Ablauf trotzdem sicherer.
Verwandte Themen
Weitere Anleitungen, die oft im selben Zusammenhang auftauchen.
WordPress-Caching: welches Cache-Plugin passt?
WordPress-Caching verständlich erklärt: Seiten-Cache, Objekt-Cache und Browser-Cache, welches Cache-Plugin zu Hoster und Shop passt und wie Sie es …
Zum RatgeberWordPress-Backup: was ein Backup leisten muss
Was ein Backup leisten muss: außerhalb des Hosters, Dateien und Datenbank, lange genug aufbewahrt und zurückspielbar. Mit Fällen aus der Praxis.
Zum RatgeberWordPress-Backup und Wiederherstellung
Je nach Wartungstyp sichern wir 4x täglich, stündlich oder bei Shops in Echtzeit, an fünf Orten, drei Monate lang. Wiederherstellung inklusive.
Zum RatgeberWordPress-Staging: einrichten und nutzen
Ein WordPress-Staging ist eine geschützte Kopie Ihrer Website. Was es ist, wie Sie es beim Hoster, per Plugin oder von Hand einrichten und sicher auf …
Zum RatgeberWordPress-Plugins: warum weniger besser ist
Jedes Plugin ist fremder Code mit eigenen Updates und Lücken. Woran wir gute Plugins erkennen und was passiert, wenn eines nach einem Update bricht.
Zum RatgeberWordPress umziehen: Hoster und Domain wechseln
WordPress umziehen zu neuem Hoster oder auf eine neue Domain: Vorbereitung, drei Wege, DNS-Umstellung, 301-Weiterleitungen, Prüfliste und typische …
Zum Ratgeber