Cookie-Banner in WordPress, das wirklich blockiert
Ein Cookie-Banner ist schnell installiert. Ob Google Analytics, YouTube oder Maps danach wirklich erst nach dem Klick laden, prüfen die wenigsten. Hier sehen Sie, was ein Cookie-Plugin technisch leisten muss, was die kostenlosen Versionen können und wie Sie das Ergebnis im Browser kontrollieren.
- Blockieren, nicht nur fragenDienste laden erst nach Einwilligung
- Gratis oft ausreichendWenn der Content-Blocker enthalten ist
- Im Browser prüfenIn fünf Minuten mit den Entwicklertools
- Content-BlockerSkripte und eingebettete Inhalte bleiben bis zur Einwilligung aus. PFLICHT
- Ablehnen und WiderrufAblehnen so einfach wie Zustimmen, Widerruf jederzeit möglich. PFLICHT
- NachweisEinstellungen und Einwilligungen werden dokumentiert. PFLICHT
- Google Consent ModeNötig, wenn Sie Google-Tags wie Ads oder Analytics nutzen. JE NACH DIENST
- ScannerFindet Dienste, die Sie übersehen haben. HILFREICH
Was der Banner technisch leisten muss
In Deutschland regelt § 25 TDDDG, früher TTDSG, den Zugriff auf das Endgerät. Speichern und Auslesen sind nur mit Einwilligung erlaubt, außer sie sind für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Die Aufsichtsbehörden verlangen in ihrer Orientierungshilfe außerdem, dass die Einwilligung vor dem Laden vorliegt. Technisch heißt das: Solange der Banner offen ist, dürfen keine einwilligungspflichtigen Skripte laden und keine Inhalte von fremden Servern. Das betrifft nicht nur Cookies, sondern jede Verbindung zu Google, YouTube oder Meta. Welche Dienste Sie einsetzen und was im Banner stehen muss, klären Sie bitte mit Ihrer Datenschutzberatung. Diese Seite ist keine Rechtsberatung. WordPress selbst setzt nur wenige Cookies. Die Anmelde-Cookies betreffen angemeldete Benutzer. Die Kommentar-Cookies entstehen nur, wenn ein Besucher beim Kommentieren das Kästchen „Name, E-Mail-Adresse und Website in diesem Browser für meinen nächsten Kommentar speichern.“ ankreuzt. Einen Überblick über das Thema gibt WordPress und DSGVO.
- Anmelde-CookiesNur für angemeldete Benutzer im Adminbereich. TECHNISCH
- Kommentar-CookiesNur mit Häkchen im Kommentarformular. OPT-IN
- Statistik und WerbungAnalytics, Tag Manager, Pixel. EINWILLIGUNG
- Eingebettete InhalteYouTube, Vimeo, Google Maps, Social Media. EINWILLIGUNG
- Externe SchriftenBesser lokal einbinden, dann entfällt die Frage. VERMEIDBAR
Worauf Sie bei der Auswahl achten
Viele Cookie-Plugins sind im Kern kostenlos. Die Unterschiede liegen darin, was die Gratisversion blockiert und wo Ihre Daten landen.
Blocker in der Gratisversion
Manche Gratisversionen zeigen nur den Banner oder blockieren nur Skripte, die Sie selbst eintragen. Eingebettete Videos und Karten laufen dann ungebremst durch.
Lokal oder Cloud
Lokale Plugins speichern Einstellungen und Nachweise in Ihrer WordPress-Datenbank. Cloud-Dienste laden den Banner von fremden Servern. Das ist selbst ein externer Dienst.
Grenzen der Gratisstufe
Cloud-Dienste begrenzen die kostenlose Stufe meist nach Seitenaufrufen, Unterseiten oder Domains. Wird die Grenze überschritten, fehlen Funktionen oder der Banner.
Deutsche Texte
Prüfen Sie, ob Banner und Dienstbeschreibungen in gutem Deutsch vorliegen, idealerweise in der Sie-Form. Maschinell übersetzte Texte verunsichern Besucher.
Consent Mode für Google
Nutzen Sie Google Ads oder Analytics, muss das Plugin die Einwilligung an Google-Tags übergeben. Bei manchen Plugins ist das Teil der Bezahlversion.
Ausstieg
Das Plugin greift tief in die Einbindung von Diensten ein. Ein späterer Wechsel bedeutet, alle Dienste neu anzulegen und zu testen.
Kostenlose Cookie-Plugins im Überblick
Diese Beispiele sind keine Rangliste. Funktionsumfang und Grenzen ändern sich, prüfen Sie die aktuelle Plugin-Seite auf wordpress.org vor der Installation.
Achten Sie auf „Zuletzt aktualisiert“ und „Getestet bis“ auf der Plugin-Seite. Im Verzeichnis stehen auch Consent-Plugins, die seit Jahren nicht gepflegt werden. Warum jedes zusätzliche Plugin Pflege braucht, erklärt WordPress-Plugins.
- Real Cookie Banner: Arbeitet lokal, die Gratisversion enthält Content-Blocker, Scanner und Einwilligungsnachweis. Deutsche Texte gibt es in Du- und Sie-Form. Vorlagen für viele Dienste und Google Consent Mode gehören zur Bezahlversion.
- Complianz: Arbeitet lokal, blockiert gängige Dienste wie Maps, YouTube oder reCAPTCHA mit Platzhaltern. Es gibt eine Einstellung für Deutschland. Der Scan ist in der Gratisversion begrenzt.
- CookieYes: Banner, automatisches Blockieren und Scanner sind kostenlos. Scan und Nachweise laufen in der Cloud des Anbieters, die Gratisstufe ist nach Seitenaufrufen begrenzt.
- Cookiebot: Cloud-Dienst mit Konto. Die kostenlose Stufe ist auf kleine Websites mit wenigen Unterseiten begrenzt, automatisches Blockieren gibt es erst in der Bezahlversion.
- Borlabs Cookie: Bekannt im deutschsprachigen Raum, arbeitet lokal. Es gibt keine kostenlose Version und keinen Eintrag auf wordpress.org.
Cookie-Banner einrichten in sechs Schritten
Die Reihenfolge ist wichtiger als das Plugin. Wer mit der Installation beginnt, übersieht meist die Dienste, die fest im Theme stecken.
-
1
Dienste erfassen
Listen Sie alles auf, was Ihre Website von fremden Servern lädt: Statistik, Tag Manager, Videos, Karten, Schriften, Spam-Schutz, Chat, Bewertungen. Prüfen Sie dazu auch Theme-Einstellungen, Page-Builder und Plugins mit eigener Einbindung.
Der Scanner des Plugins hilft, ersetzt die eigene Liste aber nicht.
-
2
Externe Dienste reduzieren
Was sich lokal ausliefern lässt, braucht keine Einwilligung. Das betrifft vor allem Schriften, siehe Google Fonts lokal einbinden. Entfernen Sie Dienste, die niemand mehr nutzt.
-
3
Plugin installieren und Dienste anlegen
Legen Sie jeden Dienst im Plugin an und ordnen Sie ihn einer Gruppe zu, etwa Statistik oder Externe Medien. Hinterlegen Sie Tracking-Codes im Plugin, nicht mehr im Theme oder in einem Header-Plugin.
Entfernen Sie danach die alten Einbindungen. Sonst lädt der Dienst doppelt, einmal ohne Einwilligung.
-
4
Eingebettete Inhalte blockieren
Aktivieren Sie den Content-Blocker für YouTube, Vimeo, Google Maps und Social-Media-Beiträge. Besucher sehen dann einen Platzhalter mit Hinweis und laden den Inhalt per Klick. Details dazu stehen unter Videos einbinden und Google Maps einbinden.
-
5
Banner und Widerruf gestalten
Ablehnen und Zustimmen sollten gleichwertig erreichbar sein. Impressum und Datenschutzerklärung müssen trotz Banner aufrufbar bleiben.
Setzen Sie einen Link zu den Cookie-Einstellungen in den Footer. Darüber ändern oder widerrufen Besucher ihre Wahl.
-
6
Cache leeren und testen
Ein Seiten-Cache kann eine alte Fassung ohne Banner ausliefern. Leeren Sie alle Cache-Schichten und testen Sie dann im Browser wie im nächsten Abschnitt.
Cache richtig leeren
Im Browser prüfen, ob wirklich nichts lädt
Ein sichtbarer Banner beweist nichts. Entscheidend ist, welche Verbindungen der Browser vor Ihrem Klick aufbaut. Das prüfen Sie in Chrome, Edge oder Firefox mit den Entwicklertools.
Häufige Funde sind Schriften, die ein Theme oder Plugin selbst von Google lädt, ein Tag Manager im Theme-Header und Videos aus einem Page-Builder-Element, das der Blocker nicht kennt. Auch der erweiterte Datenschutzmodus von YouTube ist eine Verbindung zu Google. Er ersetzt die Einwilligung nicht automatisch.
- Vorbereitung: Öffnen Sie ein privates Fenster und die Entwicklertools mit F12. Aktivieren Sie im Tab Netzwerk die Optionen, die den Cache abschalten und das Protokoll beim Neuladen behalten (in Chrome englisch „Disable cache“ und „Preserve log“). Laden Sie dann Ihre Website.
- Vor dem Klick: Filtern Sie im Netzwerk-Tab nach Adressen wie
google,youtube,facebookodergstatic. Taucht dort etwas auf, lädt ein Dienst an der Einwilligung vorbei. - Cookies ansehen: In Chrome und Edge unter Anwendung, in Firefox unter Web-Speicher stehen die gesetzten Cookies. Vor dem Klick sollten dort nur technisch nötige stehen, etwa das Cookie des Banners selbst.
- Nach Ablehnen: Laden Sie die Seite neu und prüfen Sie erneut. Es dürfen keine neuen Verbindungen zu den abgelehnten Diensten entstehen.
- Nach Zustimmen und Widerruf: Die Dienste laden jetzt. Widerrufen Sie über den Footer-Link und prüfen Sie, ob sie beim nächsten Aufruf wieder fehlen.
Wann Sie besser Hilfe holen
Auf einer kleinen Website mit zwei, drei Diensten richten Sie den Banner an einem Nachmittag ein. Aufwendig wird es, wenn Theme, Page-Builder und Plugins Dienste auf eigene Faust laden oder ein Shop Werbe-Tracking nutzt.
- Der Test im Browser zeigt Verbindungen, die Sie keinem Dienst zuordnen können.
- Nach der Einrichtung fehlen Statistikdaten oder Conversions in Google Ads.
- Videos, Karten oder Formulare funktionieren nach dem Blockieren nicht mehr.
Wir richten Cookie-Plugins technisch sauber ein und prüfen nach jedem Update, ob der Blocker noch greift. Das gehört zu unserer Website-Betreuung.
Fragen zum Cookie-Banner
Gibt es ein kostenloses Cookie Consent Tool für WordPress?
Ja, zum Beispiel Real Cookie Banner, Complianz oder CookieYes in der Gratisversion. Entscheidend ist, ob die kostenlose Version eingebettete Inhalte und Skripte bis zur Einwilligung blockiert. Cloud-Dienste begrenzen die Gratisstufe zudem nach Seitenaufrufen oder Unterseiten.
Ist Real Cookie Banner kostenlos?
Ja, die Grundversion ist kostenlos und auf wordpress.org erhältlich. Sie enthält Content-Blocker, Scanner und Einwilligungsnachweis. Vorlagen für viele Dienste und Google Consent Mode gibt es in der Bezahlversion.
Ist Borlabs Cookie kostenlos?
Nein, Borlabs Cookie gibt es nur mit kostenpflichtiger Lizenz. Nach Ablauf der Lizenz gibt es keine Updates und keinen Support mehr. Wer ein kostenloses Plugin sucht, findet Alternativen im Plugin-Verzeichnis auf wordpress.org.
Kann ich Cookiebot kostenlos nutzen?
Nur für kleine Websites mit wenigen Unterseiten. Die kostenlose Stufe ist auf eine Domain und eine begrenzte Zahl Unterseiten beschränkt. Automatisches Blockieren gibt es erst in den Bezahlstufen.
Wie kann ich selbst ein Cookie-Banner erstellen?
Technisch möglich, aber aufwendig und fehleranfällig. Ein eigener Banner muss Skripte und eingebettete Inhalte bis zur Einwilligung blockieren, die Wahl speichern, einen Widerruf bieten und die Einwilligung dokumentieren. Ein gepflegtes Plugin übernimmt das und wird bei Änderungen aktualisiert.
Braucht jede WordPress-Website einen Cookie-Banner?
Nicht, wenn sie nur technisch notwendige Cookies setzt und keine externen Dienste lädt. Sobald Statistik, Werbung, Videos oder Karten von fremden Servern kommen, ist in der Regel eine Einwilligung nötig. Ob das für Ihre Website gilt, klären Sie mit Ihrer Datenschutzberatung, dies ist keine Rechtsberatung.
Verwandte Themen
Weitere Anleitungen, die oft im selben Zusammenhang auftauchen.
WordPress-Plugins: warum weniger besser ist
Jedes Plugin ist fremder Code mit eigenen Updates und Lücken. Woran wir gute Plugins erkennen und was passiert, wenn eines nach einem Update bricht.
Zum RatgeberWordPress-Cache leeren: so geht es richtig
WordPress-Cache leeren in der richtigen Reihenfolge: Cache-Plugin, Page-Builder, Hoster, CDN und Browser. Mit schneller Diagnose, welcher Cache die …
Zum RatgeberWordPress-Hilfe: Soforthilfe im Notfall
Schnelle WordPress-Hilfe, wenn die Website ausfällt, gehackt wurde oder einen kritischen Fehler zeigt. Auch wenn Sie noch kein Kunde sind, danach …
Zur WordPress-HilfeWebsite-Betreuung, Wartung und Pflege
Website-Betreuung für Unternehmen: Website-Wartung und Website-Pflege aus einer Hand. Wir halten Ihre Website sicher und aktuell und ändern, was Sie …
Zur Website-BetreuungWordPress-Fehler lösen: Meldungen und Lösungen
WordPress-Fehler selbst lösen: Datenbankverbindung, weiße Seite, JSON-Fehler, 403, 404, 500, Login und mehr. Mit Diagnose nach Symptom und klaren …
Zum RatgeberWordPress-Wissen: sechs Erklärseiten
Staging, Updates, Backups, Angriffe, Plugins und Hosting: was hinter den Begriffen steckt und was in der Praxis schiefgeht.
Zum Wissensbereich