WordPress Hosting Vergleich: nach Kriterien statt nach Provision
Viele Vergleiche küren einen Testsieger und verlinken ihn gegen Provision. Wir zeigen stattdessen, woran Sie gutes Hosting erkennen. Dann prüfen Sie jeden Anbieter selbst.
- Vier Hosting-ArtenShared, Managed, VPS und eigener Server
- Kriterien und ChecklisteDie Kriterien und Fragen an den Hoster
- Selbst messenWie Sie Ihr Hosting selbst messen
- DatenschutzServer in der EU oder der Schweiz, dazu ein AV-Vertrag. Grundlage
- Aktuelles PHPVersionen mit Sicherheitsupdates, selbst umschaltbar. Grundlage
- Backups mit WiederherstellungTäglich und von Ihnen selbst zurückspielbar. Grundlage
- Server-Cache und Objekt-CacheLiefern Seiten schneller aus, ohne zusätzliches Plugin. wichtig
- Staging und SSHÄnderungen erst auf einer Kopie testen, Arbeit per WP-CLI. wichtig
- PHP-Worker und SpeicherEntscheiden über das Tempo bei vielen Besuchern. Shops
Warum hier keine Rangliste steht
Einen besten Hoster für alle gibt es nicht. Ein Blog mit wenigen Besuchern braucht etwas anderes als ein Shop mit vielen Bestellungen am Tag. Viele Ranglisten finanzieren sich über Provisionen. Gemessene Werte sind eine Momentaufnahme, Tarife ändern sich laufend. Legen Sie deshalb zuerst Ihre Anforderungen fest und prüfen Sie dann jeden Anbieter an denselben Kriterien.
- Wie viele Besucher gleichzeitig kommen
- Ob ein Shop oder Mitgliederbereich dazugehört
- Wer Updates, Backups und Fehler übernimmt
- PHPVersion 8.3 oder neuer. PHP 8.3+
- DatenbankMySQL ab Version 8.0 oder MariaDB ab 10.11. MySQL 8.0+
- HTTPSVerschlüsselte Verbindung mit SSL-Zertifikat. HTTPS
- WebserverEmpfohlen sind Apache oder Nginx. Auch LiteSpeed ist verbreitet. Apache, Nginx
Vier Hosting-Arten im Vergleich
„WordPress-Hosting“ ist kein geschützter Begriff. Meist ist es Webhosting mit vorinstalliertem WordPress oder ein Server, der auf WordPress eingestellt ist. Dahinter steckt eine dieser vier Arten.
Shared Hosting
Viele Websites teilen sich einen Server, jede mit festen Grenzen. Der Hoster pflegt den Server, Sie pflegen WordPress.
Vorteile: Günstig und einfach. Domain und Postfächer sind oft dabei.
Nachteile: Wenig Leistung. Andere Websites auf dem Server können bremsen.
Passt für: Kleine Firmen-Websites und Blogs.
Managed WordPress Hosting
Der Server ist auf WordPress eingestellt. Der Hoster übernimmt Cache, Backups und Staging, oft auch Updates des WordPress-Kerns.
Vorteile: Weniger Technik für Sie, Support mit WordPress-Wissen.
Nachteile: Teurer, oft ohne Postfächer. Manche Plugins sind nicht erlaubt. Ob Plugins und Theme gepflegt werden, ist sehr unterschiedlich.
Passt für: Firmen-Websites und Shops ohne eigene Server-Kenntnisse.
VPS und Cloud-Server
Ein virtueller Server mit zugesicherter Leistung. Bei Cloud-Servern lässt sie sich nach Bedarf erweitern.
Vorteile: Mehr Leistung, volle Kontrolle über PHP und Cache.
Nachteile: Ohne Verwaltung durch den Hoster sind Sie für Sicherheit und Backups des Servers zuständig.
Passt für: Wachsende Shops, wenn jemand den Server pflegt.
Dedizierter Server
Ein ganzer physischer Server nur für Sie, mit oder ohne Verwaltung.
Vorteile: Die volle Leistung der Hardware, keine Nachbarn.
Nachteile: Hoher Aufwand. Fällt die Hardware aus, steht ohne zweiten Server alles.
Passt für: Sehr große Shops mit eigenem Technik-Team.
Die technischen Kriterien, die zählen
Auf Tarifseiten stehen Speicherplatz und Domains ganz oben. Für das Tempo von WordPress sind diese Werte wichtiger.
Aktuelle PHP-Versionen, frei wählbar
Der Hoster sollte alle PHP-Versionen mit Sicherheitsupdates anbieten. Sie sollten selbst umstellen können, pro Website und ohne Ticket.
Welche PHP-Version passtPHP-Worker und Arbeitsspeicher
Ein PHP-Worker bearbeitet eine Anfrage nach der anderen. Sind alle belegt, warten weitere Besucher. Das spüren Sie im Adminbereich und im Warenkorb. Ein großzügiges PHP-Speicherlimit verhindert Abbrüche.
Server-Cache und Objekt-Cache
Ein Seiten-Cache auf dem Server liefert fertige Seiten ohne PHP aus. Ein Objekt-Cache wie Redis oder Memcached hält Datenbankabfragen im Arbeitsspeicher. Das hilft vor allem Shops und Websites mit Anmeldung.
WordPress schneller machenSSD oder NVMe
Dateien und Datenbank liegen heute fast immer auf SSD. NVMe ist eine schnellere Anbindung dieser Speicher. Klassische Festplatten sind für WordPress nicht mehr zeitgemäß.
HTTP/2 oder HTTP/3 und SSL
HTTP/2 lädt viele Dateien über eine einzige Verbindung. HTTP/3 baut die Verbindung schneller auf, vor allem im Mobilfunk. Das SSL-Zertifikat, etwa von Let’s Encrypt, sollte sich automatisch verlängern.
SSH und WP-CLI
Mit SSH und WP-CLI erledigen Sie Updates, Datenbank-Exporte und Suchen-Ersetzen per Befehl. Für Dateien sollte SFTP bereitstehen, nicht nur unverschlüsseltes FTP.
Datenschutz, Betrieb und Vertrag
Diese Punkte merken Sie erst, wenn etwas schiefgeht. Dann entscheiden sie, wie schnell Ihre Website wieder läuft.
Serverstandort und AV-Vertrag
Ihr Hoster verarbeitet Daten Ihrer Besucher, etwa IP-Adressen in Protokollen. Dafür brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Seriöse Hoster bieten ihn im Kundenmenü an.
Backups mit Wiederherstellung
Entscheidend ist die Wiederherstellung. Wie oft wird gesichert, wie lange aufbewahrt? Können Sie selbst zurückspielen? Ein zweites Backup außerhalb schützt, wenn der Hoster selbst ausfällt.
Was ein gutes Backup leistetStaging mit einem Klick
Eine Kopie der Website zum Testen von Updates. Gut ist ein Staging, das Sie mit einem Klick anlegen und zurückübertragen. Bei Shops dürfen dabei keine Bestellungen verloren gehen.
Was ist eine Staging-Umgebung?E-Mail-Postfächer ja oder nein
Viele Managed-Tarife haben keine Postfächer. Das hat einen Vorteil: Ein späterer Hosterwechsel betrifft Ihre E-Mails nicht. Formulare versenden dann per SMTP.
E-Mails aus WordPress zuverlässig sendenSupport-Qualität
Testen Sie die Antworten, nicht die Zahl der Kanäle. Stellen Sie vor dem Vertrag eine technische Frage, etwa zu PHP-Workern. Eine konkrete Antwort ist ein gutes Zeichen, ein Textbaustein nicht.
Vertragslaufzeit und Umzugshilfe
Monatlich kündbare Tarife lassen Ihnen den Ausweg offen. Manche Hoster ziehen Ihre Website selbst um. Klären Sie, ob Postfächer und DNS dazugehören.
- ÖsterreichEs gilt die DSGVO wie in Deutschland. Ergänzend gilt das österreichische Datenschutzgesetz. DSGVO
- SchweizSeit dem 1. September 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz. Die EU- und EWR-Staaten gelten dort als Länder mit angemessenem Datenschutz. revDSG
- Server in der SchweizDie EU erkennt den Schweizer Datenschutz als angemessen an, zuletzt bestätigt im Januar 2024. Daten aus der EU dürfen ohne zusätzliche Garantien dorthin fließen. angemessen
- Server außerhalbFür Server etwa in den USA gelten in beiden Rechtsräumen zusätzliche Regeln. prüfen
Checkliste: Fragen an den Hoster
Stellen Sie diese Fragen vor dem Vertrag, am besten schriftlich an den Support. Die Antworten zeigen gleich, wie gut der Support ist.
- Wo stehen die Server, und bekomme ich einen AV-Vertrag?
- Welche PHP-Versionen gibt es, und kann ich selbst umstellen?
- Wie viele PHP-Worker und wie viel PHP-Speicher hat der Tarif?
- Gibt es einen Seiten-Cache auf dem Server und Redis oder Memcached?
- Wie oft wird gesichert, wie lange aufbewahrt, und kann ich selbst zurückspielen?
- Gibt es Staging, und lässt es sich auf die Live-Website übertragen?
- Habe ich SSH-Zugang und WP-CLI?
- Welche Grenzen gelten für Speicher, Dateianzahl und Prozesse?
- Sind E-Mail-Postfächer dabei, und wie viele?
- Wie lange läuft der Vertrag, und was kostet er nach der Aktionszeit?
- Hilft der Hoster beim Umzug, und was gehört dazu?
- Wie erreiche ich den Support, und wie schnell antwortet er?
Hosting selbst messen
Tarifseiten versprechen viel. Ob Ihr Hosting bremst, sehen Sie mit diesen fünf Schritten in einer Viertelstunde.
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1
Den Website-Zustand in WordPress öffnen
Unter Werkzeuge → Website-Zustand prüft WordPress, ob ein Seiten-Cache erkannt wird und wie schnell der Server antwortet. Als gut gilt dort eine Antwortzeit unter 600 Millisekunden.
Bei größeren Websites empfiehlt WordPress dort auch einen Objekt-Cache.
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2
Die Antwortzeit mit PageSpeed Insights prüfen
Geben Sie auf pagespeed.web.dev Ihre Adresse ein. Bei genug Besuchern zeigt der Bericht die Time to First Byte (TTFB) echter Nutzer. Google nennt bis 0,8 Sekunden gut, über 1,8 Sekunden schlecht.
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3
Die TTFB selbst messen
Mit dem Programm curl sehen Sie die Zeit bis zum ersten Byte direkt. Führen Sie den Befehl mehrmals aus und nehmen Sie den mittleren Wert:
curl -o /dev/null -s -w "%{time_starttransfer}\n" https://www.ihre-domain.de/Die Zahl ist in Sekunden. Auch die Entwicklertools des Browsers zeigen den Wert im Reiter Netzwerk.
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4
Seiten ohne Cache messen
Eine Seite aus dem Cache ist fast immer schnell. Sie misst den Cache, nicht den Server. Prüfen Sie deshalb auch Adminbereich und Warenkorb. Dort zeigt sich, wie schnell PHP und Datenbank wirklich sind.
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5
Über mehrere Tage beobachten
Ein Uptime-Monitor meldet Ausfälle und zeigt die Antwortzeit über Wochen. Schwankt sie stark, ist der Server oft überlastet.
Bremsen Bilder, Plugins oder ein Page-Builder, zieht das Problem mit zum neuen Hoster um. Messen Sie deshalb vor einem Wechsel.
Typische Fallen in Hosting-Tarifen
Welcher WordPress-Hoster ist der günstigste? Das zeigt oft erst die zweite Rechnung. Diese Punkte stehen meist im Kleingedruckten.
Lockangebote mit Laufzeit
Der niedrige Preis gilt oft nur anfangs, gebunden an eine lange Laufzeit. Danach gilt der reguläre Preis. Vergleichen Sie immer den Preis nach der Aktion.
„Unbegrenzt“ mit Kleingedrucktem
Unbegrenzter Speicher oder Traffic hat fast immer eine Fair-Use-Grenze. Wer sie überschreitet, wird gedrosselt oder soll aufrüsten.
Speicher- und Inode-Grenzen
Neben dem Speicherplatz zählt oft die Anzahl der Dateien, die Inodes. Backups und Cache-Dateien füllen sie schnell. Ist die Grenze erreicht, scheitern Updates und Uploads.
Gedrosselte Tarife
Günstige Tarife begrenzen Rechenzeit, Prozesse oder gleichzeitige Zugriffe. Die Website läuft dann nachts schnell und tagsüber zäh.
Wiederherstellung gegen Aufpreis
Manche Hoster sichern täglich, berechnen aber jede Wiederherstellung. Andere bewahren Backups nur wenige Tage auf. Das merken Sie erst im Notfall.
Alte PHP-Version gegen Aufpreis
Läuft Ihre Website auf einer PHP-Version ohne Support, verlangen einige Hoster einen monatlichen Zuschlag. Das löst das Problem nicht, es verschiebt es nur.
PHP-Version sicher umstellenWann sich ein Wechsel lohnt
Ein Wechsel lohnt sich, wenn das Hosting die Ursache ist und nicht WordPress. Das zeigen Ihre Messungen. Planen Sie ihn vor dem Ende der Kündigungsfrist, nicht danach.
- Seiten ohne Cache laden trotz aktuellem PHP langsam
- Der Hoster bietet keine aktuelle PHP-Version an
- Die Website fällt öfter aus oder wird gedrosselt
- Backups fehlen oder lassen sich nicht zurückspielen
- Der Support antwortet spät oder ausweichend
- Neuen Tarif parallel buchenDen alten Vertrag noch nicht kündigen. Beide laufen eine Weile nebeneinander. vorher
- Website kopieren und testenÜber die hosts-Datei sehen nur Sie die neue Website unter der echten Domain. Test
- Postfächer und DNS planenE-Mails ziehen nicht von selbst mit. Die TTL der DNS-Einträge vorher senken. vorher
- DNS umstellenBis die Änderung überall ankommt, liefert der alte Server weiter aus. Umstellung
- Prüfen, dann kündigenFormulare, Kasse und Postfächer prüfen. Den alten Vertrag erst danach beenden. danach
Fragen zum WordPress-Hosting
Welcher Hoster ist der beste für WordPress?
Der, der zu Ihren Anforderungen passt. Eine Rangliste für alle gibt es nicht. Stellen Sie jedem Anbieter die Fragen aus unserer Checkliste und vergleichen Sie die Antworten.
Was ist managed WordPress Hosting?
Hosting, bei dem der Anbieter den Server für WordPress einrichtet und pflegt. Dazu gehören meist Server-Cache, Backups und Staging. Ob er auch Plugins aktualisiert und Fehler behebt, ist verschieden. Fragen Sie nach.
Wie hoch sind die Kosten für managed WordPress Hosting?
Sie hängen vor allem von der Leistung ab. Die Tarife unterscheiden sich bei PHP-Workern, Websites und Backups. Vergleichen Sie den Preis nach der Aktionszeit. Rechnen Sie Postfächer dazu, wenn sie fehlen.
Gibt es kostenloses WordPress-Hosting?
Ja, aber nicht für eine Firmen-Website. WordPress.com hat einen kostenlosen Tarif mit einer Adresse auf wordpress.com, Werbung und ohne eigene Plugins. Für eine eigene Domain und Plugins brauchen Sie einen bezahlten Tarif.
Kann ich meine WordPress-Website selbst hosten?
Technisch ja, auf einem eigenen Server oder VPS. Dann sind Sie für Betriebssystem, Webserver, PHP, Datenbank und Backups selbst zuständig. Ein Server im Büro ist für eine Firmen-Website keine gute Wahl.
Welcher ist der beste Hostinganbieter in der Schweiz?
Auch hier gibt es keinen besten für alle. Es zählen dieselben Kriterien wie überall. Server in der Schweiz oder in der EU sind üblich. Ob der Vertrag zum revDSG passt, klären Sie mit Ihrer Datenschutzberatung.
Wann Sie besser Hilfe holen
Ob wirklich der Hoster bremst und wie der Umzug ohne Ausfall gelingt, braucht oft einen zweiten Blick.
- Die Website ist langsam, und die Ursache ist unklar
- Ein Shop oder Buchungen hängen an der Website
- Der Umzug soll ohne Ausfall und ohne verlorene E-Mails laufen
- Nach einem Wechsel funktioniert etwas nicht mehr
Wir messen, ob Ihr Hosting bremst oder WordPress selbst. Liegt es am Hoster, sagen wir es offen. Vertrag und Entscheidung bleiben bei Ihnen. Den Umzug übernehmen wir mit Test und Rückweg.