WooCommerce: Vorteile, Nachteile und der Vergleich mit Shopify

Sie überlegen, Ihren Online-Shop mit WordPress und WooCommerce zu bauen, oder haben schon einen und zwei­feln. Diese Seite erklärt, was WooCommerce ist und was es kann. Sie zeigt ehrlich, wo es stark ist, wo es Arbeit macht und wann Shopify die bessere Wahl ist.

  • Kostenlose SoftwareOpen Source, ohne Lizenz- und Trans­ak­ti­ons­ge­bühr
  • Volle KontrolleEigener Server, eigene Daten, freie Anbie­ter­wahl
  • Betrieb bei IhnenUpdates, Sicherheit und Hosting sind Ihre Aufgabe
WooCommerce auf einen BlickPlugin für Word­Press
  • SoftwareOpen Source unter GPL, kostenlos auf word­press.org. KOSTENLOS
  • Funk­ti­ons­um­fangProdukte, Warenkorb, Kasse, Versand, Steuern, Gutscheine. IM KERN
  • Erwei­te­rungenFür Abos, Buchungen, Schnitt­stellen und mehr, oft kosten­pflichtig. BEI BEDARF
  • Deutsches RechtPreis­an­gaben und Kasse brauchen ein Zusatz-Plugin. ERGÄNZEN
  • BetriebHosting, Updates und Sicherungen orga­ni­sieren Sie selbst. IHRE AUFGABE
WooCommerce ist flexibel und günstig im Einstieg, verlangt aber laufende Pflege.

Was ist WooCommerce?

WooCommerce ist ein kostenloses Plugin, das WordPress zum Online-Shop macht. Sie installieren es wie jedes andere Plugin und verwalten Produkte, Bestel­lungen und Kunden danach im gewohnten WordPress-Dashboard. Entwickelt wird es von Automattic, dem Unternehmen hinter Word­Press.com. Der Code steht unter der Open-Source-Lizenz GPL. Laut wordpress.org läuft WooCommerce auf mehreren Millionen Websites. Damit gehört es zu den meist­ge­nutzten Shop­sys­temen über­haupt. Die Oberfläche ist vollständig auf Deutsch übersetzt, auch in der Sie-Form. WordPress lädt die Übersetzung automatisch, wenn Ihre Website auf Deutsch einge­stellt ist. Wichtig für das Verständnis: WooCommerce ist Software, kein Dienst. Es gibt keinen Vertrag mit WooCommerce, keinen Shop in der Cloud und kein Konto, das man Ihnen sperren kann. Der Shop läuft auf Ihrem Hosting. Das ist zugleich der größte Vorteil und die Quelle der meisten Nach­teile.

  • Produkt­arten: einfache, variable (etwa Größe und Farbe), gruppierte und externe Produkte, dazu virtuelle und herunterladbare Artikel.
  • Verkauf: Warenkorb, Kasse, Kunden­konten, Gutscheine, Lager­ver­wal­tung und Bestell-E-Mails.
  • Versand und Steuern: Versand­zonen mit Pauschale, kostenlosem Versand oder Abholung vor Ort, Steuersätze je Land und Steu­er­klasse.
  • Schnitt­stelle: Eine REST API verbindet den Shop mit Waren­wirt­schaft, Buchhaltung oder Markt­plätzen.
Was WooCom­merce macht
  • Produkte verwaltenPreise, Varianten, Bilder, Bestand und Kate­go­rien. KATALOG
  • Zahlungen annehmenÜberweisung ab Werk, Karten und PayPal per Plugin. KASSE
  • Versand berechnenVersand­zonen, Versand­klassen, Pauschalen. VERSAND
  • Bestel­lungen abwickelnStatus, E-Mails, Rück­erstat­tungen, Kunden­daten. BACKOFFICE
Alles darüber hinaus kommt über Erwei­te­rungen dazu.

Die Vorteile von WooCommerce

Die Stärken von WooCommerce ergeben sich fast alle aus einem Punkt: Sie besitzen die Software und entscheiden selbst, wo und wie sie läuft.

Keine Lizenz- und Umsatzgebühr

Das Plugin selbst kostet nichts, und WooCommerce behält keinen Anteil an Ihren Verkäufen ein. Gebühren je Zahlung verlangt nur der Zahlungs­an­bieter, den Sie selbst wählen. Welche Kosten tatsächlich anfallen, zeigt die Seite zu den WooCom­merce-Kosten.

WooCommerce-Kosten

Shop und Inhalte in einem System

Ratgeber, Blog, Landing­pages und Produkte liegen in einer WordPress-Instal­la­tion. Das hilft bei der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung und spart ein zweites System. Ihr Team arbeitet in einer Oberfläche, die es oft schon kennt.

Ihre Daten, Ihr Server

Produkte, Kunden und Bestel­lungen liegen in Ihrer Daten­bank. Sie wählen das Hosting, den Server­standort und können jeder­zeit umziehen. Einen Anbieter, der Preise erhöht oder Bedingungen ändert, gibt es für die Soft­ware nicht.

Fast alles ist erweiterbar

Für Abonnements, Buchungen, Mitglied­schaften, Produkt­filter oder Marktplatz-Anbindungen gibt es Erwei­te­rungen. Was es nicht gibt, kann ein Entwickler bauen, weil der Code offen ist und Hooks für eigene Anpassungen bereit­stehen.

Freie Wahl bei Zahlung und Versand

Sie binden PayPal, Stripe, WooPayments oder den Zahlungs­dienst Ihrer Bank an. Versanddienstleister wie DHL kommen per Plugin dazu. Sie sind an keinen hauseigenen Zahlungs­dienst gebunden.

DHL anbinden

Deutsche Anforderungen lösbar

Grundpreise, Liefer­zeiten, Steu­er­hin­weise, Button-Lösung und Rechnungen deckt ein Zusatz-Plugin wie Germanized oder German Market ab. Beide sind auf den deutsch­spra­chigen Markt ausge­richtet.

Germanized einrichten

Die Nachteile von WooCommerce

Die Schwächen sind die Kehrseite der Frei­heit. Wer sie kennt, kann sie einplanen. Wer sie übersieht, erlebt sie meist nach dem ersten größeren Update.

Betrieb liegt bei Ihnen

Updates von WordPress, WooCommerce, Theme und Plugins, Sicherungen, Schutz vor Angriffen und Überwachung orga­ni­sieren Sie selbst oder beauf­tragen jemanden. Bei einem Shop ist jeder Ausfall direkt verlo­rener Umsatz.

Abhängigkeit von Plugins

Viele Shops nutzen zwei Dutzend Plugins oder mehr, von verschie­denen Herstellern. Jedes Update kann eine Unver­träg­lich­keit auslösen, etwa in der Kasse. Updates gehören deshalb zuerst auf eine Test­kopie.

Wie Staging funk­tio­niert

Laufende Lizenzkosten

Viele kosten­pflich­tige Erwei­te­rungen sind Jahres­li­zenzen. Läuft eine Lizenz aus, funk­tio­niert die Erweiterung weiter, bekommt aber keine Updates mehr. Über die Jahre summieren sich diese Lizenzen.

Leistung hängt am Hosting

Warenkorb, Kasse und Kundenkonto dürfen nicht aus dem Cache kommen, weil sie für jeden Kunden anders aussehen. Diese Seiten rechnet der Server bei jedem Aufruf neu. Günstiges Hosting wird dort schnell zum Engpass.

Einrichtung braucht Wissen

Steuersätze, Versand­zonen, Zahlungs­an­bieter und rechtliche Pflicht­an­gaben richten Sie selbst ein. Der Einrichtungsassistent hilft beim Start, prüft aber nicht, ob Ihr Shop rechtlich und steu­er­lich korrekt ist.

Kein zentraler Support

Für das kostenlose Plugin gibt es das Forum auf word­press.org. Support für bezahlte Erwei­te­rungen leistet jeder Hersteller selbst. Kommt ein Fehler aus dem Zusam­men­spiel, fühlt sich oft keiner zuständig.

WooCommerce oder Shopify?

Shopify ist ein Miet­shop. Sie zahlen ein Abo, Shopify betreibt Server, Software und Sicher­heit. Sie melden sich an, wählen ein Theme und verkaufen. Um Updates und Hosting müssen Sie sich nicht kümmern. Dafür arbeiten Sie innerhalb der Grenzen, die Shopify setzt, und haben keinen Zugriff auf Server und Code. Bei den Kosten unter­scheiden sich die Modelle grund­sätz­lich. Shopify berechnet eine feste Abogebühr. Nutzen Sie statt Shopify Payments einen externen Zahlungs­an­bieter, fallen laut Shopify unter Umständen zusätzliche Trans­ak­ti­ons­ge­bühren an. Apps aus dem App Store kosten oft monatlich. Bei WooCommerce zahlen Sie Hosting, Erwei­te­rungen und Pflege, aber keine Umsatz­be­tei­li­gung an den Soft­ware­an­bieter. Für Content-starke Shops, indi­vi­du­elle Abläufe oder enge Anbindungen an eigene Systeme ist WooCommerce meist die flexi­blere Wahl. Wer schnell starten will, kein technisches Personal hat und mit Stan­dard­ab­läufen auskommt, ist mit Shopify oft entspannter unter­wegs. Eine pauschal bessere Lösung gibt es nicht.

  • Umzug: WooCommerce können Sie mit allen Daten zu einem anderen Hoster mitnehmen. Bei Shopify exportieren Sie Daten, das Theme und die Apps bleiben zurück.
  • Anpassung: In WooCommerce lässt sich jeder Schritt der Kasse ändern. Bei Shopify nur über die Schnitt­stellen, die Shopify dafür vorsieht.
  • Deutsches Recht: Beide Systeme brauchen für den deutschen Markt Ergänzungen, bei WooCommerce ein Plugin, bei Shopify Apps und Einstel­lungen.
Die Modelle im VergleichWooCommerce / Shopify
  • HostingWoo: selbst wählen. Shopify: im Abo enthalten. UNTERSCHIED
  • Kosten­mo­dellWoo: Hosting und Lizenzen. Shopify: Abo plus Apps. UNTERSCHIED
  • Updates und Sicher­heitWoo: Ihre Aufgabe. Shopify: übernimmt der Anbieter. SHOPIFY
  • Anpass­bar­keitWoo: bis in den Code. Shopify: im Rahmen der Platt­form. WOO
  • DatenhoheitWoo: eigene Daten­bank. Shopify: beim Anbieter. WOO
Die Wahl hängt davon ab, wer den Shop betreibt, nicht nur von den Funk­tionen.

Für wen sich WooCommerce eignet

Die Frage nach dem richtigen Shopsystem entscheidet sich weniger an Funk­ti­ons­listen als an Ihrer Situa­tion. Diese Punkte sprechen für oder gegen WooCom­merce.

WooCommerce passt gut, wenn Sie schon eine WordPress-Website haben und den Shop ergänzen wollen. Es passt auch, wenn Inhalte wie Ratgeber und Blog wichtig für Ihren Verkauf sind, wenn Sie besondere Abläufe brauchen oder wenn der Shop an Waren­wirt­schaft und Buchhaltung angebunden werden soll. Ebenso, wenn Sie Wert darauf legen, Daten und Hosting selbst in der Hand zu haben.

WooCommerce passt weniger, wenn niemand im Unternehmen Zeit oder Wissen für Updates und Fehlersuche hat und Sie auch niemanden damit beauftragen wollen. Auch bei sehr großen Katalogen mit Zehn­tau­senden Artikeln und vielen gleich­zei­tigen Bestel­lungen wird es anspruchs­voll. Dann brauchen Sie leis­tungs­starkes Hosting, sauberen Code und Erfahrung mit großen Daten­banken.

Die Größe allein ist kein K.-o.-Kriterium. Seit WooCommerce Bestel­lungen in eigenen Daten­bank­ta­bellen speichert, statt sie wie Beiträge abzulegen, kommt es mit großen Bestell­mengen deutlich besser zurecht. Bei neuen Instal­la­tionen ist diese Speicherung Standard. Ältere Shops stellen sie unter WooCom­merce → Einstel­lungen → Erwei­tert → Funktionen um, nachdem alle Plugins als kompa­tibel gemeldet sind.

Neben Shopify gibt es weitere Shopsysteme, etwa Shopware aus Deutschland oder Mietshop-Baukästen von Hostern. Welches passt, hängt von Budget, Katalog, Team und Anbindungen ab. Wer schon mit WordPress arbeitet, spart sich mit WooCommerce ein zweites System. Wie Sie den Shop Schritt für Schritt aufsetzen, lesen Sie unter Online-Shop mit Word­Press erstellen.

Erfahrungen aus dem Shop-Alltag

Die meisten Probleme mit WooCommerce entstehen nicht beim Aufbau, sondern im laufenden Betrieb. Diese Muster sehen wir immer wieder.

  • Auto­ma­ti­sche Updates ohne Test: Ein Plugin-Update ändert die Kasse, niemand merkt es, und über Stunden gehen keine Bestel­lungen ein. Prüfen Sie nach jedem Update eine Test­be­stel­lung. Warum wir Updates gezielt statt automatisch einspielen, steht unter Updates.
  • Zu viele Plugins: Für jede Kleinigkeit ein eigenes Plugin macht den Shop langsam und anfällig. Oft reicht eine Erweiterung, die mehrere Aufgaben übernimmt, oder ein paar Zeilen Code. Mehr dazu unter Plugins.
  • Abgelaufene Lizenzen: Eine Zahlungs- oder Versan­der­wei­te­rung bekommt keine Updates mehr und passt irgendwann nicht mehr zur aktuellen WooCommerce-Version. Führen Sie eine Liste aller Lizenzen mit Ablauf­datum.
  • Sicherung ohne Bestel­lungen: Eine nächtliche Sicherung von gestern hilft wenig, wenn heute 40 Bestel­lungen eingegangen sind. Ein Shop braucht häufigere Sicherungen als eine normale Website.
  • Langsames Backend: Alte Bestell­daten, verwaiste Sitzungen und schlecht program­mierte Plugins bremsen die Verwaltung. Die Ursachen und Abhilfen sammelt WordPress schneller machen.

Wann Sie besser Hilfe holen

Einen kleinen Shop mit wenigen Produkten können Sie selbst aufbauen und pflegen. Sobald der Shop regelmäßig Umsatz bringt, lohnt sich eine feste Betreuung. Jeder Ausfall kostet dann mehr als die Pflege.

  • Updates haben die Kasse oder den Versand schon einmal lahm­ge­legt.
  • Der Shop hängt an Waren­wirt­schaft, Lager oder Buchhaltung und die Schnitt­stellen müssen zuverlässig laufen.
  • Sie übernehmen einen Shop von einem anderen Entwickler, und nichts ist doku­men­tiert.
WordPress-Hilfe auch für Nicht-Kunden

Wir betreuen WooCommerce-Shops mit geprüften Updates, Sicherungen samt Bestel­lungen und Hilfe im Notfall. Mehr dazu auf unserer Seite WooCommerce-Agentur.

Nachricht oder Termin WordPress-Hilfe im Notfall

Fragen zu WooCommerce

Was macht WooCommerce?

Es erweitert WordPress um alle Funktionen eines Online-Shops. Mit WooCommerce verwalten Sie Produkte, Warenkorb, Kasse, Zahlungen, Versand, Steuern und Bestel­lungen direkt im WordPress-Dashboard. Weitere Funktionen wie Abonnements oder Buchungen kommen über Erwei­te­rungen dazu.

Ist WooCommerce kostenpflichtig?

Nein, das Plugin selbst ist kostenlos. WooCommerce ist Open Source und auf wordpress.org frei erhältlich. Kosten entstehen für Hosting, Domain, kosten­pflich­tige Erwei­te­rungen, Zahlungs­ge­bühren der Zahlungs­an­bieter und die laufende Pflege.

Welche Nachteile hat WooCommerce?

Sie tragen die Verant­wor­tung für Betrieb, Updates und Sicher­heit. Dazu kommen die Abhän­gig­keit von vielen Plugins, jährliche Lizenz­kosten für Erwei­te­rungen und höhere Anfor­de­rungen an das Hosting. Für den deutschen Markt brauchen Sie zusätzlich ein Plugin für Preis­an­gaben und Kasse.

Was ist besser, Shopify oder WooCommerce?

Das hängt davon ab, wer den Shop betreibt und wie individuell er sein muss. Shopify nimmt Ihnen Hosting und Updates ab, begrenzt aber die Anpassung und berechnet ein Abo. WooCommerce ist flexibler und ohne Umsatz­be­tei­li­gung, verlangt aber eigene Pflege oder eine beauftragte Betreuung.

Ist WooCommerce gut?

Für viele kleine und mittlere Shops ja, wenn die Pflege gere­gelt ist. WooCommerce ist ausgereift, weit verbreitet und sehr erweiterbar. Probleme entstehen meist durch ungetestete Updates, zu viele Plugins oder schwaches Hosting, nicht durch WooCom­merce selbst.

Gibt es WooCommerce auf Deutsch?

Ja, die Oberfläche ist vollständig übersetzt, auch in der Sie-Form. WordPress lädt die deutsche Übersetzung automatisch, wenn die Website auf Deutsch eingestellt ist. Für deutsche Rechts­an­for­de­rungen wie Grundpreise und Button-Lösung brauchen Sie zusätzlich ein Plugin wie Germanized oder German Market.

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