Online-Shop mit WordPress erstellen
Sie haben eine WordPress-Website und wollen darüber verkaufen, oder Sie starten einen Shop von Grund auf. Diese Anleitung führt Sie durch die Einrichtung mit WooCommerce, in der Reihenfolge, die später Ärger spart. Dazu gehören Steuern, Versand und Zahlungen ebenso wie die Punkte, die für Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz dazukommen.
- Kostenloses PluginWooCommerce macht WordPress zum Shop
- Acht SchritteVon der Installation bis zur Testbestellung
- DACH-tauglichSteuern, Pflichtangaben und Button-Lösung
- GrundlageHosting mit HTTPS, WordPress, passendes Theme. VORHER
- EinrichtenShopdaten, Steuern, Versandzonen, Zahlungen. SCHRITT 1-5
- ProduktePreise, Varianten, Bilder, Bestand. SCHRITT 6
- PflichtangabenRechtstexte, Preisangaben, Bestellbutton. SCHRITT 7
- StartTestbestellung, dann Shop veröffentlichen. SCHRITT 8
Was Sie vorher brauchen
WooCommerce ist ein kostenloses Plugin für WordPress. Es braucht eine eigene WordPress-Installation auf einem Webhosting. Bei WordPress.com funktioniert es nur in den höheren Tarifen, die Plugins erlauben. Wie Sie WordPress aufsetzen, steht unter WordPress installieren. Ein Shop stellt höhere Anforderungen an das Hosting als eine reine Unternehmensseite. Warenkorb, Kasse und Kundenkonto werden bei jedem Aufruf neu berechnet und können nicht aus dem Cache kommen. WooCommerce nennt als Anforderungen HTTPS, eine aktuelle PHP- und Datenbankversion und mindestens 256 MB Arbeitsspeicher für WordPress. Worauf Sie bei der Auswahl achten, zeigt der Hosting-Vergleich. Klären Sie außerdem vor dem Start, was nicht im Dashboard passiert: Gewerbe und Steuerstatus, Konten bei Zahlungsanbietern, ein Versandvertrag und geprüfte Rechtstexte. Diese Punkte bremsen den Start oft länger als die Technik.
- Theme: Ein aktuelles Block-Theme oder ein Theme, das WooCommerce ausdrücklich unterstützt. Ältere Themes stellen Warenkorb und Kasse oft fehlerhaft dar.
- Zugänge: Administrator-Zugang zu WordPress und Zugriff auf das Hosting für den Fall, dass etwas schiefgeht.
- Sicherung: Läuft die Website schon, sichern Sie sie vor der Installation oder arbeiten auf einer Testkopie.
- HTTPS aktivOhne gültiges Zertifikat keine Zahlungen. PFLICHT
- Hosting geprüftAktuelles PHP, 256 MB Speicher für WordPress. TECHNIK
- ZahlungskontenGeschäftskonto bei PayPal, Stripe oder anderen. EXTERN
- RechtstexteAGB, Widerruf, Datenschutz, Impressum. EXTERN
WooCommerce einrichten in acht Schritten
Die Menüpfade gelten für die deutsche Sie-Form von WordPress. Neue Shops starten im Modus Demnächst verfügbar. Besucher sehen also nichts, bis Sie den Shop im letzten Schritt freischalten.
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1
WooCommerce installieren
Öffnen Sie Plugins → Plugin hinzufügen, suchen Sie nach „WooCommerce“ und klicken Sie auf Jetzt installieren und danach auf Aktivieren. Achten Sie darauf, dass als Autor Automattic bzw. WooCommerce angegeben ist.
WordPress lädt die deutsche Übersetzung automatisch, wenn Ihre Website auf Deutsch eingestellt ist. Erscheinen einzelne Texte auf Englisch, klicken Sie unter Dashboard → Aktualisierungen auf Übersetzungen aktualisieren.
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2
Den Einrichtungsassistenten durchgehen
Nach dem Aktivieren startet der Assistent. Mit Meinen Shop einrichten geben Sie Shopname, Land und Art der Produkte an. Danach schlägt WooCommerce zusätzliche kostenlose Funktionen und Plugins vor, etwa für Zahlungen oder Marketing.
Wählen Sie dort nur, was Sie wirklich brauchen. Jedes vorgeschlagene Plugin ist eines mehr, das Sie aktuell halten müssen. Die Verbindung mit einem WordPress.com-Konto ist optional. Nach dem Assistenten zeigt die Seite WooCommerce → Start eine Aufgabenliste, die Sie Schritt für Schritt abarbeiten können.
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3
Shopdaten und Steuern festlegen
Unter WooCommerce → Einstellungen → Allgemein tragen Sie die Adresse des Geschäfts ein. Unter Verkaufsländer begrenzen Sie, wohin Sie liefern. Bei den Währungsoptionen stellen Sie Währung und Dezimaltrennzeichen ein. Setzen Sie außerdem den Haken bei Steuersätze und Berechnungen aktivieren.
Danach erscheint der Reiter WooCommerce → Einstellungen → Steuer. Für Shops mit Endkunden wählen Sie bei Preise mit Steuern eingeben die Option Ja, ich gebe die Produktpreise inklusive Mehrwertsteuer ein. Stellen Sie die Anzeige im Shop auf Steuern eingeschlossen.
Die Sätze tragen Sie in den Steuerklassen ein: Standard Raten für den Regelsatz, Ermäßigter Steuersatz etwa für Bücher oder Lebensmittel. Mit Zeile hinzufügen legen Sie je Land einen Satz an, per CSV-Datei importieren auch viele auf einmal.
Liefern Sie an Privatkunden in andere EU-Länder, können dort andere Steuersätze gelten. Nutzen Sie die Kleinunternehmerregelung, weisen Sie gar keine Steuer aus. Klären Sie beides mit Ihrer Steuerberatung, bevor Sie die Sätze eintragen.
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4
Versandzonen und Versandarten anlegen
Unter WooCommerce → Einstellungen → Versand klicken Sie auf Versandzone hinzufügen. Geben Sie einen Namen der Zone ein, etwa „Deutschland“, und wählen Sie unter Zonen-Regionen das Land. Regionen lassen sich auch auf Postleitzahlen eingrenzen.
Mit Versandart hinzufügen hinterlegen Sie Versandkostenpauschale, Kostenloser Versand oder Abholung vor Ort. Kostenloser Versand lässt sich an einen Mindestbestellwert oder einen Gutschein knüpfen. Für sperrige Artikel legen Sie Versandklassen an und geben dafür in der Pauschale einen eigenen Betrag an.
WooCommerce prüft die Zonen von oben nach unten und nimmt die erste passende. Adressen, die in keine Zone fallen, landen bei Orte, die nicht von Ihren anderen Zonen abgedeckt sind. Legen Sie dort keine Versandart an, kann dorthin niemand bestellen.
Versandlabels mit DHL erstellen -
5
Zahlungsarten einrichten
Unter WooCommerce → Einstellungen → Zahlungen sehen Sie die verfügbaren Zahlungsarten. Ab Werk bringt WooCommerce Überweisung (Vorkasse), Scheckzahlungen und Nachnahme mit. Für Vorkasse tragen Sie Ihre Bankverbindung ein. Schecks und Nachnahme lassen Sie in der Regel aus.
Kreditkarte, PayPal, Apple Pay, Google Pay und weitere Zahlungsarten kommen über Plugins der Anbieter dazu, etwa WooCommerce PayPal Payments, das Stripe-Plugin oder WooPayments. WooPayments ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar. Jeder Anbieter verlangt ein eigenes Konto und berechnet Gebühren je Zahlung.
Aktivieren Sie bei jedem Anbieter zuerst den Testmodus. So prüfen Sie den Ablauf ohne echtes Geld.
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6
Produkte anlegen
Unter Produkte → Erstellen öffnet sich die Seite Neues Produkt hinzufügen. Tragen Sie Name und Beschreibung ein. Im Feld Produktdaten wählen Sie die Produktart: Einfaches Produkt für einen Artikel ohne Auswahl, Variables Produkt für Größen oder Farben.
Unter Allgemein setzen Sie Regulärer Preis und bei Bedarf Angebotspreis sowie die Steuerklasse. Unter Inventar stehen Artikelnummer und die Lagerverwaltung, unter Versand Gewicht, Maße und Versandklasse. Rechts laden Sie Produktbild und Produktgalerie hoch und wählen die Kategorien.
Downloads und Dienstleistungen markieren Sie als Virtuell oder Herunterladbar. Dann fragt die Kasse keine Lieferadresse ab. Viele Produkte übernehmen Sie unter Produkte → Alle Produkte mit Importieren aus einer CSV-Datei.
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7
Deutsche Pflichtangaben ergänzen
WooCommerce ist auf den internationalen Markt ausgelegt. Grundpreise, Lieferzeiten, der Hinweis „inkl. MwSt.“ mit Link zu den Versandkosten, Checkboxen für AGB und Widerruf und Rechtstexte in den Bestell-E-Mails fehlen ab Werk. Ein Plugin wie Germanized oder German Market ergänzt sie. Die Einrichtung zeigt die Seite WooCommerce Germanized.
Die Seiten Shop, Warenkorb, Kasse und Mein Konto legt WooCommerce selbst an. Die Seiten für AGB, Widerrufsbelehrung, Versand und Zahlung, Datenschutzerklärung und Impressum müssen Sie mit geprüften Texten füllen. Hinweis: Das ist eine technische Anleitung und keine Rechtsberatung.
Prüfen Sie die Beschriftung des Bestellbuttons. Die deutsche Übersetzung lautet „Zahlungspflichtig bestellen“. Theme, Zahlungs-Plugins oder eigene Anpassungen können sie ändern, und dann ist sie möglicherweise nicht mehr eindeutig.
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8
Testbestellung und Freischaltung
Bestellen Sie mit jeder Zahlungsart einmal selbst, im Testmodus oder mit einem kleinen echten Betrag. Prüfen Sie Preise, Steuern und Versandkosten im Warenkorb, die Bestellung unter WooCommerce → Bestellungen und die E-Mails an Sie und an den Kunden. Kommen keine Mails an, hilft WordPress SMTP.
Wenn alles stimmt, schalten Sie die Testmodi der Zahlungsanbieter ab. Unter WooCommerce → Einstellungen → Sichtbarkeit der Website stellen Sie von Demnächst verfügbar auf Live. Nutzen Sie ein Caching-Plugin, prüfen Sie danach, ob Warenkorb, Kasse und Mein Konto vom Cache ausgenommen sind.
Shop gestalten und verbessern
Nach der Grundeinrichtung verkauft der Shop. Diese Punkte entscheiden, ob Kunden auch kaufen.
Theme und Shopseiten
Mit einem Block-Theme passen Sie Shopseite, Produktseite, Warenkorb und Kasse unter Design → Editor an. Klassische Themes bringen eigene Vorlagen und Einstellungen mit. Prüfen Sie jede Seite auf dem Smartphone, dort kaufen viele Kunden.
Kasse vereinfachen
Jedes unnötige Feld in der Kasse kostet Bestellungen. Aktivieren Sie das Bezahlen als Gast und blenden Sie Felder aus, die Sie nicht brauchen.
Produktbilder
Große Originalbilder machen Kategorieseiten langsam. Verkleinern Sie Bilder vor dem Upload und nutzen Sie einheitliche Formate, damit das Raster ruhig wirkt.
Rechnungen
WooCommerce erstellt ab Werk keine Rechnungen als PDF. Dafür brauchen Sie ein Plugin oder eine Anbindung an Ihre Buchhaltung.
Gutscheine
Rabattcodes legen Sie unter Marketing → Gutscheine an, mit festem Betrag oder Prozentsatz, Mindestbestellwert und Ablaufdatum.
Barrierefreiheit
Shops für Verbraucher müssen in vielen Fällen barrierefrei sein. Achten Sie auf Kontraste, Tastaturbedienung und Beschriftungen in der Kasse.
Pflicht und UmsetzungAndere Shop-Plugins für WordPress
WooCommerce ist das verbreitetste, aber nicht das einzige kostenlose Shop-Plugin für WordPress. Die Beispiele sind keine Rangliste.
Für die meisten Shops mit physischen Produkten ist WooCommerce der naheliegende Weg, weil es für den deutschsprachigen Markt die meisten Ergänzungen gibt. Für kleine oder sehr spezielle Fälle kommen Alternativen in Frage. Prüfen Sie auf wordpress.org bei jedem Plugin „Zuletzt aktualisiert“ und „Getestet bis“, bevor Sie sich festlegen.
Kostenlos ist bei allen Varianten nur die Software. Hosting, Zahlungsgebühren, Erweiterungen und Pflege kosten auch bei einem kostenlosen Plugin Geld. Welche Kostenarten auf Sie zukommen, zeigt WooCommerce-Kosten. Ob WooCommerce oder ein Mietshop wie Shopify besser passt, vergleicht WooCommerce: Vor- und Nachteile.
- Easy Digital Downloads: auf digitale Produkte wie E-Books, Software oder Downloads ausgerichtet. Für physischen Versand nicht gedacht.
- Ecwid: bindet einen Shop ein, der beim Anbieter läuft. Weniger Pflege auf Ihrem Server, dafür abhängig vom Anbieter und seinem Tarif.
- Einzelne Kauf-Buttons: Wer nur ein oder zwei Produkte verkauft, kommt oft mit einem Zahlungsbutton von PayPal oder Stripe aus, ganz ohne Shop-System.
Nach dem Start: den Shop betreiben
Mit der Freischaltung beginnt die eigentliche Arbeit. Ein Shop ändert sich mit jeder Bestellung und braucht mehr Pflege als eine normale Website.
- Updates mit Test: WooCommerce erscheint in kurzen Abständen in neuen Versionen. Spielen Sie Updates erst auf einer Staging-Kopie ein und machen Sie danach eine Testbestellung.
- Häufige Sicherungen: Eine tägliche Sicherung verliert im schlimmsten Fall die Bestellungen eines ganzen Tages. Sichern Sie Datenbank und Dateien öfter und außerhalb des Hostings.
- Erreichbarkeit überwachen: Eine Überwachung meldet, wenn Shop oder Kasse ausfallen, bevor es Kunden tun.
- Lizenzen im Blick: Notieren Sie für jede kostenpflichtige Erweiterung, wann die Lizenz ausläuft. Ohne Lizenz gibt es keine Updates mehr.
- Systemstatus prüfen: Unter WooCommerce → Status sehen Sie PHP-Version, Speicherlimit, veraltete Vorlagen im Theme und Plugin-Versionen auf einen Blick.
Wann Sie besser Hilfe holen
Einen kleinen Shop mit wenigen Produkten richten Sie mit dieser Anleitung selbst ein. Schwierig wird es bei Schnittstellen, vielen Varianten, Lieferungen in mehrere Länder oder wenn der Shop schon verkauft und nicht ausfallen darf.
- Der Shop soll an Warenwirtschaft, Lager oder Buchhaltung angebunden werden.
- Sie wollen einen bestehenden Shop umbauen, ohne den laufenden Verkauf zu unterbrechen.
- Nach dem Start fehlt die Zeit für Updates, Sicherungen und Testbestellungen.
Wir halten WooCommerce-Shops mit geprüften Updates, Sicherungen samt Bestellungen und Hilfe im Notfall am Laufen. Mehr dazu unter WooCommerce-Agentur.
Fragen zum WordPress-Shop
Wie erstelle ich eine Homepage mit Shop selbst?
Mit WordPress und dem kostenlosen Plugin WooCommerce. Installieren Sie WordPress auf einem Hosting mit HTTPS, dann WooCommerce. Anschließend richten Sie Steuern, Versand, Zahlungen und Produkte ein und ergänzen für Deutschland ein Plugin für Pflichtangaben wie Germanized.
Ist WooCommerce kostenlos?
Ja, das Plugin selbst kostet nichts. Kosten entstehen für Hosting, Domain, kostenpflichtige Erweiterungen, die Gebühren der Zahlungsanbieter und die laufende Pflege. WooCommerce selbst behält keinen Anteil am Umsatz ein.
Gibt es einen kostenlosen Onlineshop?
Kostenlose Shop-Software ja, einen kostenlosen Betrieb nicht. WooCommerce und andere Shop-Plugins für WordPress sind kostenlos. Hosting, Zahlungsgebühren und rechtssichere Texte kosten aber immer Geld, auch wenn die Software nichts kostet.
Welche WordPress-Shop-Systeme gibt es?
Am verbreitetsten ist WooCommerce, dazu kommen spezialisierte Plugins. Easy Digital Downloads richtet sich an digitale Produkte, Ecwid bindet einen extern betriebenen Shop ein. Für Shops mit Versand im deutschsprachigen Raum gibt es für WooCommerce die meisten Ergänzungen.
Wie lange dauert es, einen WooCommerce-Shop einzurichten?
Die Technik schaffen Sie in ein bis zwei Tagen, der Rest dauert länger. Installation und Grundeinstellungen sind schnell erledigt. Produkte pflegen, Rechtstexte beschaffen, Zahlungskonten freischalten lassen und testen braucht meist deutlich mehr Zeit.
Kann ich einen Shop zu meiner bestehenden WordPress-Website hinzufügen?
Ja, WooCommerce lässt sich in jede WordPress-Installation einbauen. Sichern Sie die Website vorher und prüfen Sie, ob Ihr Theme WooCommerce unterstützt. Am sichersten richten Sie den Shop zuerst auf einer Testkopie ein und übernehmen ihn danach.
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