Newsletter in WordPress: Plugin oder externer Dienst?

Sie wollen Newsletter an Kunden oder Leser verschicken und suchen das passende Werk­zeug. Die eigentliche Frage ist nicht, welches Plugin, sondern wer die E-Mails verschickt. Hier sehen Sie die drei Wege, worauf es bei der Zustellung ankommt und wie Sie den Newsletter Schritt für Schritt einrichten.

  • Drei WegePlugin, Plugin mit Versand­dienst, externes Tool
  • Zustellung zuerstSPF, DKIM, DMARC und Versand­li­mits
  • Sauber anmeldenDouble-Opt-in und Abmel­de­link
Wer verschickt?nach Liste
  • Plugin über den HosterNur für sehr kleine Listen, Hoster begrenzen den Versand. RISKANT
  • Plugin mit Versand­dienstDaten in WordPress, Versand über einen Mail-Dienst. FLEXIBEL
  • Externes Newsletter-ToolWordPress liefert nur das Anmel­de­for­mular. BEQUEM
Je größer die Liste, desto weniger gehört der Versand auf den Webserver.

Drei Wege zum Newsletter

Plugin verschickt über den Webserver. Ein Newsletter-Plugin speichert Abonnenten in Ihrer WordPress-Datenbank und versendet über die Mail­funk­tion des Hosters. Das kostet nichts extra. Viele Hoster begrenzen aber die Zahl der E-Mails pro Stunde, und Massen­ver­sand vom Webserver landet oft im Spam. Plugin mit Versand­dienst. Die Liste bleibt in WordPress, der Versand läuft per SMTP oder API über einen spezia­li­sierten Mail-Dienst. Sie gestalten und planen alles im Dashboard. Die Zustellung übernimmt ein Anbieter mit sauberer Repu­ta­tion. Externes Newsletter-Tool. Liste, Editor, Versand und Statistik liegen beim Anbieter. WordPress zeigt nur das Anmel­de­for­mular, meist über ein kleines Plugin oder einen einge­bet­teten Code. Das ist am bequemsten, die Daten liegen dann aber außer­halb Ihrer Website. Für die meisten Unternehmen ist einer der beiden letzten Wege richtig. Der erste taugt für einen Vereins­ver­teiler mit wenigen Dutzend Empfängern, nicht für eine wachsende Kunden­liste.

Entschei­dungs­hilfe
  • Daten im eigenen HausPlugin, am besten mit Versand­dienst. PLUGIN
  • Auto­ma­tionen, Statistik, TestsExterne Tools sind hier meist weiter. TOOL
  • Wenig Technik-AufwandExternes Tool, Updates macht der Anbieter. TOOL
  • Neue Beiträge auto­ma­tischBeide Wege können Beitrags-Benach­rich­ti­gungen. BEIDE
Ein Wechsel ist möglich: Abonnenten lassen sich als CSV exportieren und impor­tieren.

Worauf es wirklich ankommt: Zustellung

Ein schöner Newsletter nützt nichts, wenn er im Spam-Ordner landet. Große Postfach-Anbieter wie Gmail prüfen jede Massen-E-Mail auf technische Mindest­stan­dards.

WordPress verschickt E-Mails stan­dard­mäßig über die PHP-Funktion mail() des Servers. Für einzelne Benach­rich­ti­gungen reicht das oft, für Newsletter nicht. Wie Sie WordPress auf einen echten Mailserver umstellen, zeigt WordPress SMTP. Diese Punkte sollten erfüllt sein, bevor Sie die erste Aussendung starten:

  • SPF und DKIM: DNS-Einträge Ihrer Domain erlauben dem Versand­dienst, in Ihrem Namen zu senden, und signieren die E-Mails. Google verlangt mindestens eines davon für alle Absender, für Massenversender beides.
  • DMARC: Ein weiterer DNS-Eintrag legt fest, was mit gefälschten E-Mails Ihrer Domain passiert. Für Absender großer Mengen an Gmail ist er Pflicht.
  • Abmeldung mit einem Klick: Jede Aussendung braucht einen sichtbaren Abmeldelink. Große Anbieter erwarten zusätzlich eine Abmeldung per Kopfzeile, die der Mail-Client direkt anzeigt. Prüfen Sie, ob Ihr Plugin oder Dienst diese Kopf­zeile setzt.
  • Absender auf Ihrer Domain: Verschicken Sie nicht von einer Gmail- oder GMX-Adresse, sondern etwa von newsletter@ihre-domain.de.
  • Versand­tempo: Plugins verschicken in Paketen mit einstell­barem Tempo. Stellen Sie das Tempo auf das Limit Ihres Hosters oder Versand­dienstes ein.
  • Saubere Liste: Hohe Beschwerde- und Bounce-Raten schaden Ihrer Domain. Double-Opt-in und das Entfernen unzu­stell­barer Adressen halten die Liste gesund.

Newsletter-Plugins und Anbindungen

Diese Plugins aus dem Verzeichnis auf wordpress.org werden aktiv gepflegt. Sie stehen hier als Beispiele für die verschie­denen Wege, nicht als Rang­liste. Prüfen Sie vor der Wahl selbst, welche Funktionen in der kostenlosen Version stecken.

Newsletter

Das Plugin mit dem schlichten Namen speichert Abonnenten in WordPress, ohne feste Ober­grenze. Es arbeitet mit jedem SMTP-Plugin zusammen und lässt das Versand­tempo fein einstellen. Automationen gibt es als kostenpflichtige Erwei­te­rungen.

MailPoet

Newsletter-Editor und Liste in Word­Press. Der Versand läuft wahlweise über den eigenen Versand­dienst des Anbieters oder über Ihren Server bezie­hungs­weise einen SMTP-Dienst. Die kostenlose Version ist auf eine Zahl von Abon­nenten begrenzt.

Icegram Express

Im Verzeichnis als Email Subscribers & News­let­ters geführt. Stark bei auto­ma­ti­schen Benach­rich­ti­gungen über neue Beiträge, mit Double-Opt-in. Versand über den Server, SMTP oder angebundene Mail-Dienste.

FluentCRM

Ein voll­stän­diges CRM mit Newsletter und Auto­ma­tionen, das komplett in Word­Press läuft. Für den Versand brauchen Sie einen SMTP- oder Mail-Dienst. Bei großen Listen wächst die Last auf Daten­bank und Server.

MC4WP

Verbindet Formulare in WordPress mit Mailchimp, auch Kontakt­for­mu­lare und den WooCom­merce-Checkout. Verschickt selbst keine Newsletter, das macht Mail­chimp. Double-Opt-in läuft über Mail­chimp.

Anbieter-Plugins

Viele externe Dienste wie CleverReach, Brevo oder Mailchimp bieten eigene Plugins oder Einbet­tungs­codes für Anmel­de­for­mu­lare. Prüfen Sie, ob das Plugin mit Ihrer WordPress-Version getestet ist. Ein Einbettungscode ist oft die schlan­kere Lösung.

Newsletter einrichten in sechs Schritten

So gehen Sie vor, wenn Sie den Newsletter mit einem Plugin in Word­Press betreiben. Bei einem externen Tool entfallen die Schritte drei und vier weitgehend, dort über­nimmt der Anbieter.

  1. 1

    Versandweg festlegen

    Entscheiden Sie, wer die E-Mails verschickt: der Webserver, ein SMTP- oder Mail-Dienst oder der Versand­dienst des Plugins. Fragen Sie Ihren Hoster nach dem Versand­limit pro Stunde und ob Massenversand erlaubt ist.

    Viele Hoster untersagen Newsletter-Versand über normale Webhosting-Pakete in ihren Nutzungs­be­din­gungen.

  2. 2

    Domain authentifizieren

    Tragen Sie die SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge in den DNS-Einstel­lungen Ihrer Domain ein. Die genauen Werte liefert Ihr Versand­dienst. Prüfen Sie danach mit dessen Test­funk­tion, ob alles erkannt wird.

    Nutzen Sie bereits einen DMARC-Eintrag für Ihre normalen E-Mails, ergänzen Sie ihn, statt einen zweiten anzu­legen.

  3. 3

    Plugin installieren und Absender einstellen

    Instal­lieren Sie das Plugin unter Plugins → Plugin hinzufügen. Tragen Sie Absen­der­name, Absen­der­adresse auf Ihrer Domain und eine Antwort­adresse ein. Stellen Sie den Versandweg und das Tempo ein.

  4. 4

    Anmeldeformular mit Double-Opt-in

    Legen Sie ein Formular mit möglichst wenigen Feldern an, meist reicht die E-Mail-Adresse. Aktivieren Sie Double-Opt-in: Erst nach Klick auf den Link in der Bestä­ti­gungs­mail landet die Adresse auf der Liste.

    Platzieren Sie einen Hinweis zum Datenschutz am Formular und einen Link zur Daten­schutz­er­klä­rung. Welche Angaben Sie genau brauchen, klären Sie bitte selbst, dies ist keine Rechts­be­ra­tung. Mehr zur technischen Seite finden Sie unter Word­Press und DSGVO.

  5. 5

    Vorlage gestalten

    Newsletter-Vorlagen sind unabhängig vom WordPress-Theme. Sie gestalten sie im Editor des Plugins oder Tools. Halten Sie das Layout einspaltig, mit Logo, klarer Überschrift und einem Button.

    In den Fuß der Vorlage gehören Abmeldelink, Ihre Anschrift und ein Link zum Impressum. Bilder laden viele Mail-Programme erst nach Freigabe, der Text muss also auch ohne Bilder funk­tio­nieren.

  6. 6

    Testen und gestaffelt senden

    Schicken Sie Tests an Postfächer bei verschie­denen Anbietern, etwa Gmail, Outlook und Ihren Firmen-Mailserver. Prüfen Sie Darstellung am Smartphone, Links und den Abmel­de­link.

    Starten Sie die erste Aussendung an einen kleinen Teil der Liste. Kommen keine Beschwerden oder Fehler zurück, geht der Rest raus.

Anmeldeformular einbinden

Das Anmel­de­for­mular ist der Teil, den Besu­cher sehen. Wo und wie Sie es einbinden, hängt vom gewählten Weg und vom Seiten­aufbau ab.

Newsletter-Plugins bringen eigene Blöcke oder Shortcodes für das Formular mit. Sie setzen es im Block-Editor an die passende Stelle, etwa ans Ende von Blog­bei­trägen oder in den Footer. Bei Block-Themes bearbeiten Sie den Footer unter Design → Editor, dann erscheint das Formular auf jeder Seite.

Arbeiten Sie mit Elementor, kann das Formular-Widget der Pro-Version Anmeldungen direkt an externe Dienste wie Mailchimp, MailerLite oder Mail­Poet über­geben. Das spart ein zusätz­li­ches Plugin. Ohne Pro-Version nutzen Sie den Block oder Shortcode des News­letter-Plugins.

Eine Checkbox im Kontakt­for­mular oder im Shop-Checkout ist ein weiterer Weg. Sie darf nicht vorausge­wählt sein und muss getrennt von der eigent­li­chen Anfrage funk­tio­nieren. Für einen Blog lohnt sich eine auto­ma­ti­sche Benach­rich­ti­gung über neue Beiträge, wie sie viele Plugins anbieten. Wie Sie den Blog selbst aufsetzen, zeigt Blog erstellen.

  • Wenige Felder: Jedes zusätzliche Pflichtfeld senkt die Zahl der Anmeldungen. Vorname reicht für eine persön­liche Anrede.
  • Klares Versprechen: Schreiben Sie dazu, was Abonnenten erhalten und wie oft.
  • Bestä­ti­gungs­seite: Leiten Sie nach der Anmeldung auf eine Seite, die erklärt, dass jetzt eine Bestätigungsmail kommt.

Typische Fehlerbilder und Lösungen

Die meisten Probleme mit Newslettern aus WordPress liegen beim Versand, nicht beim Plugin.

  • Bestä­ti­gungs­mail kommt nicht an: WordPress kann gar keine E-Mails zustellen, oder sie landen im Spam. Testen Sie mit einem SMTP-Plugin und prüfen Sie SPF und DKIM.
  • Versand bleibt stecken: Viele Plugins verschicken ihre Pakete über WP-Cron. WP-Cron läuft nur, wenn jemand die Website aufruft. Auf Websites mit wenig Besuchern hilft ein echter Cronjob auf dem Server, der WP-Cron regelmäßig anstößt.
  • Hoster sperrt den Mail­ver­sand: Das Stun­den­limit wurde über­schritten. Senken Sie das Versand­tempo oder wechseln Sie auf einen Mail-Dienst.
  • Viele Fake-Anmeldungen: Bots füllen das Formular aus. Double-Opt-in verhindert, dass sie auf die Liste kommen. Ein Honeypot-Feld oder ein daten­schutz­freund­li­ches Captcha reduziert die Bestä­ti­gungs­mails an fremde Adressen.
  • Formular funk­tio­niert nur manchmal: Ein Seiten-Cache liefert ein veraltetes Sicher­heits­token aus. Nehmen Sie die Seite mit dem Formular vom Cache aus oder nutzen Sie ein Formular, das per JavaScript nachlädt, siehe Cache leeren.
  • Abonnenten nach Umzug verschwunden: Die Plugin-Tabellen wurden nicht mit umgezogen. Sichern Sie vor jedem Umzug die komplette Datenbank und exportieren Sie die Liste zusätz­lich als CSV.

Wann Sie besser Hilfe holen

Plugin instal­lieren und Formular anlegen schaffen Sie selbst. Knifflig wird es bei DNS-Einträgen, Zustell­pro­blemen und dem Umzug einer bestehenden Liste. Fehler dort treffen auch Ihre normalen geschäftlichen E-Mails.

  • Ihre Newsletter oder Bestä­ti­gungs­mails landen im Spam, und Sie finden die Ursache nicht.
  • Sie wollen von einem Plugin zu einem externen Tool wechseln oder umgekehrt, ohne Abon­nenten zu verlieren.
  • Nach einem Update funk­tio­niert das Anmel­de­for­mular nicht mehr.
WordPress-Hilfe auch für Nicht-Kunden

Wir prüfen Versand, DNS-Einträge und Formulare Ihrer WordPress-Website und halten die Plugins aktuell. Das gehört zu unserer Website-Betreuung.

Nachricht oder Termin WordPress-Hilfe im Notfall

Fragen zum Newsletter

Gibt es ein kostenloses Newsletter-Plugin für WordPress?

Ja, mehrere Plugins im Verzeichnis auf wordpress.org sind in der Grund­ver­sion kostenlos. Beispiele sind Newsletter, MailPoet und Icegram Express. Kosten entstehen oft trotzdem, etwa für einen Versand­dienst, für größere Listen oder für Erweiterungen wie Auto­ma­tionen.

Wie richte ich einen Newsletter in WordPress ein?

Versandweg wählen, Domain authen­ti­fi­zieren, Plugin einrichten, Formular mit Double-Opt-in anlegen, testen. Entschei­dend ist die Reihenfolge: Klären Sie zuerst, wer die E-Mails verschickt, und tragen Sie SPF, DKIM und DMARC ein. Erst dann lohnt sich das Gestalten der Vorlage.

Welches Newsletter-Tool ist am besten?

Das hängt davon ab, wo Ihre Daten liegen sollen und wie viel Technik Sie selbst betreuen wollen. Plugins halten die Liste in WordPress, brauchen aber einen zuver­läs­sigen Versandweg. Externe Tools bieten mehr Komfort und Statistik, speichern die Daten aber beim Anbieter.

Welche Newsletter-Tools sind DSGVO-konform?

Das hängt von Einsatz, Server­standort und Vertrag ab, nicht vom Tool allein. Technisch helfen Double-Opt-in, ein Abmeldelink in jeder E-Mail und ein Anbieter mit Auftrags­ver­ar­bei­tungs­ver­trag. Dies ist keine Rechts­be­ra­tung, lassen Sie Ihren Einsatz im Zweifel prüfen.

Ist MailPoet DSGVO-konform?

Das lässt sich nur für Ihren konkreten Einsatz beur­teilen. Die Abon­nen­ten­liste liegt in Ihrer WordPress-Datenbank. Nutzen Sie den Versand­dienst von MailPoet, verarbeitet der Anbieter die Adressen beim Versand, das gehört in Ihre Daten­schutz­er­klä­rung. Dies ist keine Rechts­be­ra­tung.

Kann ich Newsletter über meinen Webhoster verschicken?

Für sehr kleine Listen ja, für größere ist es nicht zu empfehlen. Hoster begrenzen die Zahl der E-Mails pro Stunde und untersagen Massen­ver­sand oft ganz. Außerdem leidet der Ruf Ihres Servers, was auch normale E-Mails in den Spam bringen kann.

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