WordPress installieren: Schritt für Schritt

Sie wollen WordPress bei Ihrem Hoster oder auf einem eigenen Server einrichten, auf Deutsch und ohne Stol­per­fallen. Diese Anleitung zeigt alle drei Wege: den Installer des Hosters, die manuelle Instal­la­tion und die Einrichtung per Komman­do­zeile. Dazu kommen die Einstel­lungen, die Sie direkt danach vornehmen sollten, und die häufigsten Fehler.

  • Per Klick beim HosterIn wenigen Minuten, aber prüfen
  • Manuell per SFTPVolle Kontrolle über jede Einstel­lung
  • Eigener ServerMit WP-CLI und eigener Daten­bank
Welcher Weg passt?nach Zugang
  • Installer des HostersWebhosting mit Kundenmenü, keine Tech­nik­kennt­nisse nötig. EINFACH
  • Manuelle Instal­la­tionDatenbank anlegen, Dateien per SFTP hoch­laden. KONTROLLE
  • WP-CLIShell-Zugang beim Hoster oder auf dem eigenen Server. SCHNELL
  • Eigener ServerWebserver, PHP und Datenbank selbst einrichten und pflegen. FÜR PROFIS
Zum Auspro­bieren ohne Hosting eignet sich eine lokale Instal­la­tion auf dem eigenen Rechner.

Was Sie vor der Installation brauchen

WordPress läuft auf fast jedem Webhosting mit PHP und einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank. Welche Versionen empfohlen sind, steht auf der Seite „Requi­re­ments“ bei wordpress.org. Ältere Versionen funk­tio­nieren oft noch, bekommen aber keine Sicher­heits­up­dates mehr. Wie Sie die PHP-Version prüfen und umstellen, zeigt Word­Press PHP-Version. Außerdem brauchen Sie eine Domain, die auf Ihr Hosting zeigt, und ein Zertifikat für HTTPS. Beides richten Sie im Kundenmenü des Hosters ein, bevor Sie Word­Press instal­lieren. Dann stimmt die Adresse von Anfang an. Hilfe dazu gibt Domain mit Word­Press verbinden. Wollen Sie WordPress erst einmal auspro­bieren, geht das auch ohne Hosting auf dem eigenen Rechner. Wie, erklärt WordPress lokal instal­lieren.

Checkliste vorab
  • Hosting mit PHP und Daten­bankIn einer aktuellen, unter­stützten Version. PFLICHT
  • DomainZeigt bereits auf das Hosting. PFLICHT
  • HTTPS-ZertifikatBei den meisten Hostern kostenlos per Klick. PFLICHT
  • Zugangs­datenKundenmenü, SFTP und Daten­bank griff­be­reit. MANUELL
Wer die Domain erst nach der Instal­la­tion umstellt, muss danach alle Adressen anpassen.

Installation per Klick beim Hoster

Fast jeder Hoster bietet einen Installer im Kunden­menü an. Er legt Datenbank, Dateien und Zugang in einem Durch­gang an. Die Funktion heißt je nach Anbieter anders, Menüpfade ändern sich gele­gent­lich.

Wählen Sie im Installer die Domain, eine deutsche Sprach­ver­sion, einen eigenen Benut­zer­namen statt „admin“ und ein starkes Pass­wort. Manche Installer spielen zusätzliche Plugins, ein eigenes Theme oder auto­ma­ti­sche Updates mit ein. Prüfen Sie nach der Instal­la­tion unter Plugins → Instal­lierte Plugins, was davon Sie wirk­lich brau­chen.

Kontrol­lieren Sie auch Einstel­lungen → Lesen. Ist dort Such­ma­schinen davon abraten, diese Website zu inde­xieren angehakt, erscheint Ihre Website nicht bei Google. Für die Bauphase ist das richtig, zum Start muss der Haken weg.

  • STRATO: AppWizard im Kunden­be­reich des Pakets.
  • IONOS: Click & Build unter den Web-Projekten.
  • ALL-INKL: Software-Instal­la­tion im Kunden­ad­mi­nis­tra­ti­ons­system KAS.
  • netcup: Anwendungen im Webhos­ting Control Panel.
  • webgo: One-Click-Installer im Vertrags­menü. Laut Hilfe ist die Indexierung für Such­ma­schinen danach stan­dard­mäßig abge­schaltet.
  • Andere Hoster: Suchen Sie in der Hilfe nach „WordPress instal­lieren“ oder nach Begriffen wie App-Installer oder Soft­ware­instal­la­tion.

Manuell installieren in sechs Schritten

Die manuelle Instal­la­tion dauert etwa eine Vier­tel­stunde. Sie brauchen Zugang zum Kundenmenü, ein SFTP-Programm wie FileZilla oder WinSCP und die Zugangsdaten Ihres Hostings.

  1. 1

    WordPress auf Deutsch herunterladen

    Laden Sie das aktuelle Paket von de.wordpress.org herunter und entpacken Sie es. Es ist auf Deutsch in der Du-Form eingestellt. Die Sie-Form wählen Sie später mit einem Klick, oder Sie laden direkt das Paket latest-de_DE_formal.zip von derselben Adresse.

    Laden Sie WordPress nur von wordpress.org. Fremde Download-Seiten verteilen manchmal verän­derte Pakete.

  2. 2

    Datenbank anlegen

    Legen Sie im Kundenmenü eine neue Datenbank mit eigenem Benutzer an. Notieren Sie Datenbank-Name, Benut­zer­name, Passwort und den Daten­bank-Host.

    Der Host heißt oft localhost. Manche Hoster nutzen einen eigenen Servernamen, der im Kundenmenü neben der Daten­bank steht.

  3. 3

    Dateien per SFTP hochladen

    Verbinden Sie sich per SFTP und laden Sie den Inhalt des Ordners wordpress in das Verzeichnis Ihrer Domain, nicht den Ordner selbst. Soll WordPress unter einer Unter­adresse wie /blog/ laufen, laden Sie ihn in einen gleich­na­migen Unter­ordner.

    Nutzen Sie SFTP statt FTP. Bei FTP gehen Passwörter unver­schlüs­selt über die Leitung.

  4. 4

    Installer aufrufen und Datenbank verbinden

    Rufen Sie Ihre Domain im Browser auf. WordPress zeigt eine Begrüßung mit der Überschrift Bevor Sie loslegen. Beim englischen Paket fragt es vorher nach der Sprache. Klicken Sie auf Fortfahren und tragen Sie Datenbank-Name, Benut­zer­name, Passwort und Datenbank-Host ein.

    Das Tabellen-Präfix wp_ können Sie ändern, etwa in eine zufällige Kombination. Das hält einige auto­ma­ti­sierte Angriffe ab, ersetzt aber keine Updates. Klicken Sie auf Absenden und dann auf Instal­la­tion durch­führen.

    Kann WordPress die Datei wp-config.php nicht selbst schreiben, zeigt es ihren Inhalt an. Legen Sie die Datei dann per SFTP an und fügen Sie den Text ein. Die Sicherheitsschlüssel erzeugt der Installer auto­ma­tisch.

  5. 5

    Website-Daten eintragen

    Geben Sie Website-Titel, Benut­zer­name, Passwort und Ihre E-Mail-Adresse an. Wählen Sie einen Benut­zer­namen, der nicht „admin“ und nicht Ihr Firmenname ist, und behalten Sie das vorgeschlagene starke Pass­wort.

    Unter Sicht­bar­keit für Such­ma­schinen setzen Sie den Haken, solange die Website im Aufbau ist. Klicken Sie dann auf Word­Press instal­lieren.

  6. 6

    Anmelden

    Nach der Meldung Erfolgreich! melden Sie sich mit Anmelden an. Der Adminbereich liegt künftig unter ihre-domain.de/wp-admin/. Die E-Mail-Adresse brauchen Sie, falls Sie das Passwort einmal zurück­setzen müssen.

Eigener Server und WP-CLI

Auf einem eigenen Server oder mit Shell-Zugang beim Hoster geht die Instal­la­tion mit WP-CLI schneller und lässt sich wieder­holen. Das Werkzeug ist das offizielle Komman­do­zei­len­pro­gramm für Word­Press.

Auf einem Ubuntu-Server brauchen Sie einen Webserver wie Apache oder Nginx, PHP mit den nötigen Erwei­te­rungen und MySQL oder MariaDB. Das offizielle Ubuntu-Tutorial installiert unter anderem apache2, mysql-server, php, php-mysql, php-curl, php-intl, php-mbstring, php-xml, php-zip und php-imagick. WordPress selbst laden Sie dabei direkt von wordpress.org, nicht aus der Paket­ver­wal­tung.

Legen Sie für jede Website einen eigenen Datenbank-Benutzer an, der nur auf seine Datenbank zugreifen darf. Richten Sie HTTPS mit einem kostenlosen Zertifikat von Let’s Encrypt ein. Dann installieren Sie WordPress mit drei Befehlen:

wp core download --locale=de_DE_formal
wp config create --dbname=wp_db --dbuser=wp_user --prompt=dbpass
wp core install --url=https://ihre-domain.de --title="Ihre Website" \
  --admin_user=redaktion --admin_email=info@ihre-domain.de --prompt=admin_password
  • --prompt fragt die Passwörter ab, statt sie in die Befehls­zeile zu schreiben. So landen sie nicht im Verlauf der Shell.
  • wp config create erzeugt die Sicher­heits­schlüssel auto­ma­tisch.
  • Gehören alle Dateien dem Benutzer des Webservers, kann bei mehreren Websites auf einem Server eine kompro­mit­tierte Website die anderen errei­chen. Das Ubuntu-Tutorial rät deshalb zu einem eigenen Benutzer je Website mit PHP-FPM.
  • Mit einem eigenen Server sind Sie auch für Betriebs­system, PHP, Datenbank, Firewall und Backups verant­wort­lich. Das ist laufende Arbeit, nicht nur eine einmalige Einrich­tung.

Direkt nach der Installation: sieben Einstellungen

Erledigen Sie diese Punkte, bevor Sie den ersten Inhalt anlegen. Später kostet jede Ände­rung mehr Arbeit.

  • Sie-Form: Unter Einstel­lungen → Allgemein wählen Sie bei Website-Sprache den Eintrag Deutsch (Sie) und klicken auf Änderungen speichern. Mehr dazu unter Sprache ändern.
  • HTTPS-Adressen: Auf derselben Seite müssen WordPress-Adresse (URL) und Website-Adresse (URL) mit https:// beginnen. Falls nicht, hilft WordPress auf HTTPS umstellen.
  • Zeitzone: Stellen Sie unter Einstel­lungen → Allgemein Ihre Stadt oder Zeitzone ein. Sonst stimmen Veröf­fent­li­chungs­zeiten und geplante Aufgaben nicht.
  • Permalinks: Wählen Sie unter Einstel­lungen → Permalinks die Struktur Beitrags­name. Das ergibt lesbare Adressen und sollte später nicht mehr geän­dert werden.
  • Beispiel­in­halte: Löschen Sie den Beitrag „Hallo Welt!“, die Beispiel­seite, den Beispiel­kom­mentar und nicht benötigte Plugins wie Hello Dolly.
  • Theme: Wählen Sie ein gepflegtes Theme aus dem Verzeichnis und entfernen Sie nicht genutzte Standard-Themes bis auf eines als Reserve.
  • Backups und Updates: Richten Sie eine auto­ma­ti­sche Sicherung auf einen externen Speicher ein, bevor Sie Inhalte einpflegen. Welche Kriterien dabei zählen, zeigt Backup-Plugin auswählen.

Neu installieren und typische Fehler

„Neu instal­lieren“ kann zwei Dinge bedeuten: beschädigte WordPress-Dateien ersetzen oder die ganze Website auf null setzen.

Nur die WordPress-Dateien ersetzen: Unter Dash­board → Aktua­li­sie­rungen finden Sie die Schalt­fläche Version … neu instal­lieren mit der aktuellen Versi­ons­nummer. WordPress lädt dabei die Kerndateien frisch herunter. Inhalte, Datenbank, Themes und Plugins im Ordner wp-content sowie die wp-config.php bleiben erhalten. Das hilft, wenn Kerndateien beschädigt oder verändert wurden. Nach einem Hack reicht das allein nicht, weil Schadcode meist auch in wp-content oder in der Daten­bank steckt.

Ganz von vorn beginnen: Sichern Sie zuerst Dateien und Datenbank. Löschen Sie dann alle Dateien der Instal­la­tion und alle Tabellen mit dem Präfix, oder legen Sie eine neue Datenbank an. Danach installieren Sie wie oben beschrieben. Plugins, die eine Website per Klick zurück­setzen, leeren die Datenbank ohne Rückfrage. Nutzen Sie sie nie auf einer Website, die bereits Inhalte hat.

  • Fehler beim Aufbau einer Daten­bank­ver­bin­dung: Einer der vier Datenbank-Werte stimmt nicht, meist der Host oder das Passwort. Die Ursachen sammelt Fehler bei der Daten­bank­ver­bin­dung.
  • WordPress fragt nach FTP-Zugangs­daten: Beim Instal­lieren von Plugins fehlen WordPress Schreib­rechte auf die eigenen Dateien. Das korrigiert der Hoster oder die Rechteverwaltung im Kunden­menü.
  • Weiße Seite oder kriti­scher Fehler: Meist ist die PHP-Version zu alt oder eine PHP-Erweiterung fehlt. Vergleichen Sie mit den Anforderungen auf word­press.org.
  • Endlose Weiter­lei­tung nach der Umstellung auf HTTPS: Adresse in den Einstel­lungen und Konfi­gu­ra­tion des Servers passen nicht zusammen.

Wann Sie besser Hilfe holen

Die Instal­la­tion selbst ist die kleinste Aufgabe. Aufwendig wird es bei einem eigenen Server, beim Neuauf­setzen einer bestehenden Website oder wenn die Instal­la­tion abbricht und niemand weiß, in welchem Zustand sie ist.

  • Eine bestehende Website soll sauber neu aufgesetzt werden, ohne Inhalte zu verlieren.
  • Der eigene Server soll dauerhaft sicher und aktuell bleiben.
  • Nach der Instal­la­tion erscheinen Fehler­mel­dungen, die Sie nicht zuordnen können.
WordPress-Hilfe auch für Nicht-Kunden

Wir richten WordPress bei Ihrem Hoster ein, übernehmen danach Updates, Backups und Sicherheit und kümmern uns um PHP und Datenbank. Mehr dazu unter Hosting und PHP.

Nachricht oder Termin WordPress-Hilfe im Notfall

Fragen zur Installation

Wie kann ich WordPress selbst installieren?

Mit dem Installer Ihres Hosters oder manuell per SFTP. Beim manuellen Weg legen Sie eine Datenbank an, laden die Dateien von de.wordpress.org hoch und rufen Ihre Domain im Browser auf. Der Installer fragt dann Datenbank-Zugang, Website-Titel und Ihr Benut­zer­konto ab.

Wie installiere ich WordPress neu?

Unter Dashboard, Aktua­li­sie­rungen mit der Schalt­fläche zum Neuin­stal­lieren der aktu­ellen Version. Das ersetzt nur die WordPress-Dateien, Inhalte und Plugins bleiben erhalten. Für einen kompletten Neuanfang sichern Sie die Website, löschen Dateien und Daten­bank­ta­bellen und instal­lieren neu.

Wie kann ich WordPress auf meinem eigenen Server installieren?

Mit Webserver, PHP und MySQL oder MariaDB, danach am schnellsten per WP-CLI. Richten Sie zuerst Webserver, PHP-Erwei­te­rungen, Datenbank und HTTPS ein. Dann laden, konfi­gu­rieren und instal­lieren Sie WordPress mit den Befehlen wp core download, wp config create und wp core install.

Wie installiere ich WordPress auf Deutsch in der Sie-Form?

Wählen Sie unter Einstel­lungen, Allgemein die Website-Sprache Deutsch (Sie). Alternativ laden Sie direkt das Paket latest-de_DE_formal.zip von de.wordpress.org. Das normale deutsche Paket nutzt die Du-Form.

Wie installiere ich WordPress lokal auf meinem PC?

Mit einer lokalen Entwick­lungs­um­ge­bung, die Webserver, PHP und Daten­bank mitbringt. Solche Programme richten WordPress mit wenigen Klicks auf dem eigenen Rechner ein. Die Website ist dann nur für Sie sichtbar und eignet sich zum Testen und Lernen.

Wie lange dauert die Installation von WordPress?

Mit dem Installer des Hosters wenige Minuten, manuell etwa eine Vier­tel­stunde. Mehr Zeit brauchen die Vorarbeiten wie Domain und HTTPS sowie die Einstel­lungen danach. Planen Sie für eine saubere Grund­ein­rich­tung eine bis zwei Stunden ein.

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