Was kostet WordPress wirklich?

WordPress selbst kostet nichts. Trotzdem hat jede WordPress-Website laufende Kosten, und die stehen selten auf einer einzigen Rech­nung. Hier sehen Sie alle Kosten­blöcke, was einmalig und was jedes Jahr anfällt, wie Sie Ihre eigenen Kosten ausrechnen und wo die typi­schen Fallen liegen.

  • Software kostenlosWordPress steht unter der GPL
  • Laufende PostenHosting, Domain, Lizenzen, Pflege
  • Kosten­fallenLock­an­ge­bote und Lizenz­ver­län­ge­rungen
Kosten­blöcke im Über­blickpro Website
  • WordPress-SoftwareFreie Software, auch für Unter­nehmen. KOSTENLOS
  • DomainWird beim Anbieter jähr­lich abge­rechnet. JÄHRLICH
  • HostingMeist mit Zertifikat und Post­fä­chern. MONATLICH
  • Premium-Themes und PluginsFast immer Jahres­li­zenzen, keine Einmal­käufe. ABO
  • Pflege und WartungKostet Zeit oder Geld, entfällt aber nie. LAUFEND
Die Software ist der einzige Posten, der wirk­lich nichts kostet.

Ist WordPress kostenlos?

Die Soft­ware ja. WordPress ist Open Source und steht unter der GPL. Sie dürfen es herun­ter­laden, für jeden Zweck nutzen und verändern, auch für eine Unter­neh­mens­web­site. Eine Lizenzgebühr gibt es nicht. Um WordPress zu betreiben, brauchen Sie aber einen Server und eine Adresse. Genau dort entstehen die Kosten. Dazu kommen Erwei­te­rungen, die Sie kaufen, und die Arbeit, die Website aktuell und sicher zu halten. Die GPL gilt auch für viele Premium-Themes und -Plugins. Sie bezahlen dort also weniger für das Nutzungs­recht als für Downloads, Updates und Support des Herstel­lers. Genau deshalb enden diese Leistungen, wenn die Lizenz abläuft. Oft verwechselt wird WordPress.org mit WordPress.com. WordPress.org ist die freie Software, die Sie bei einem Hoster Ihrer Wahl instal­lieren, siehe WordPress instal­lieren. WordPress.com ist ein Dienst, der WordPress für Sie betreibt. Er hat einen kostenlosen Tarif, der aber eine Subdomain nutzt, Werbung einblendet und keine eigenen Plugins erlaubt. Plugins sind erst in den Bezahltarifen möglich.

Drei Wege zu Word­Press
  • WordPress.org beim HosterVolle Kontrolle, alle Plugins, Sie zahlen Hosting und Domain. ÜBLICH
  • WordPress.com BezahltarifBetrieb inklusive, Funktionen je nach Tarif. DIENST
  • Kostenlos-Tarif oder Gratis-HosterSubdomain, Werbung, starke Einschrän­kungen. NUR TEST
Für ein Unternehmen ist eine kostenlose Website fast nie die güns­tigste.

Laufende Kosten: sechs Posten

Diese Posten fallen jedes Jahr an, egal ob die Website selbst gebaut oder von einer Agentur erstellt wurde. Die Größenordnungen sind grobe Richtwerte ohne Gewähr, maßgeblich sind die aktuellen Preise Ihrer Anbieter.

Domain

Eine .de-Adresse kostet meist einen ein- bis niedrigen zwei­stel­ligen Betrag im Jahr. Die Preise legt der jeweilige Anbieter fest, nicht die Verga­be­stelle. Oft ist eine Domain im Hosting-Paket enthalten.

Hosting

Einfaches Webhosting liegt meist bei einem ein- bis niedrigen zwei­stel­ligen Betrag im Monat, betreutes WordPress-Hosting darüber. Ein TLS-Zertifikat ist über Let’s Encrypt kostenlos und bei den meisten Hostern enthalten.

Premium-Lizenzen

Page-Builder, SEO-, Formular- oder Shop-Erwei­te­rungen verkaufen Jahres­li­zenzen. Ohne Verlängerung gibt es keine Updates und keinen Support mehr, bei manchen fallen auch Funk­tionen weg.

Rechtstexte und Consent

Generatoren für Impressum und Daten­schutz­er­klä­rung sowie Cookie-Plugins mit Pro-Funktionen sind meist Abos. Sie müssen aktuell bleiben, wenn sich Dienste auf der Website ändern.

Cookie-Plugin kostenlos einrichten

Backups und Sicherheit

Externer Speicher für Sicherungen, ein Backup-Dienst oder die Bezahl­ver­sion eines Sicherheits-Plugins. Klein im Betrag, aber ohne sie wird ein Ausfall teuer.

Pflege und Wartung

Updates, Kontrolle, Fehler­be­he­bung. Entweder Ihre eigene Arbeitszeit oder ein Dienst­leister. Dieser Posten wird am häufigsten vergessen.

Einmalige Kosten: die Erstellung

Den größten Unterschied macht, wer die Website baut. Die Spanne reicht von einem Wochenende eigener Arbeit bis zu einem Projekt über mehrere Monate.

Was den Preis treibt, ist selten die Seitenzahl. Es sind Funktionen wie Online-Shop, Buchung, Mitglie­der­be­reich, Mehr­spra­chig­keit, Schnitt­stellen zu anderen Systemen oder Barrie­re­frei­heit nach Norm. Ein Shop hat eigene Kosten­blöcke wie Zahlungs­an­bieter und Versand, siehe WooCommerce-Kosten.

Planen Sie außerdem Texte, Fotos und ein Logo ein. Fertig gekaufte Designs sparen Geld beim Bau, aber nicht bei den Inhalten. Schriften sind oft kostenlos: Google Fonts stehen unter freien Lizenzen, die auch gewerbliche Nutzung erlauben.

Beim Selbstbau ist Ihre Zeit der größte Posten, und sie endet nicht mit dem Start. Wer sich an einen Page-Builder bindet, zahlt dessen Lizenz so lange, wie die Website besteht. Ein späterer Wechsel bedeutet, jede Seite neu aufzu­bauen. Das sollten Sie schon bei der Wahl des Werk­zeugs mitrechnen.

  • Selbst gebaut: Mit einem kostenlosen Theme oder einem Premium-Theme und dem Block-Editor. Die Kosten sind vor allem Ihre Zeit fürs Einarbeiten, Einrichten und Texten. Wie Sie vorgehen, zeigt Website mit Word­Press erstellen.
  • Freelancer oder kleine Agentur mit Vorlage: Ein fertiges Theme wird an Ihr Design angepasst und mit Inhalten gefüllt. Für eine kleine Unter­neh­mens­web­site ist das oft ein niedriger vierstelliger Betrag.
  • Indi­vi­du­elles Projekt: Eigenes Design, eigene Vorlagen, Schnitt­stellen oder besondere Funktionen. Das bewegt sich meist im mittleren vier- bis fünfstelligen Bereich.

Ihre Kosten pro Jahr in fünf Schritten

Eine realis­ti­sche Rechnung braucht eine halbe Stunde und Ihre letzten Rech­nungen. Legen Sie eine einfache Tabelle mit Posten, Betrag, Zahlweise und Verlängerungsdatum an.

  1. 1

    Alle Verträge sammeln

    Suchen Sie Rechnungen für Domain, Hosting, Postfächer, Lizenzen, Rechtstexte und Dienste wie Newsletter oder Karten. Prüfen Sie im Dashboard unter Plugins → Instal­lierte Plugins, welche Plugins eine Lizenz anzeigen.

    Sehen Sie auch in Kredit­karten- und Konto­aus­zügen nach wieder­keh­renden Abbuchungen. Dort tauchen Abos auf, an die niemand mehr denkt.

  2. 2

    Hosting zum Normalpreis ansetzen

    Viele Hoster werben mit einem reduzierten Preis für die erste Laufzeit. Rechnen Sie mit dem Preis danach, er steht in den Vertrags­be­din­gungen oder im Kundenkonto. Kriterien für die Wahl des Hosters stehen im WordPress-Hosting-Vergleich.

  3. 3

    Lizenzen auf ein Jahr umrechnen

    Setzen Sie für jede Premium-Lizenz den Verlän­ge­rungs­preis an, nicht den Akti­ons­preis beim Kauf. Achten Sie darauf, für wie viele Websites die Lizenz gilt. Eine Testumgebung zählt bei manchen Anbie­tern mit.

  4. 4

    Wartungszeit bewerten

    WordPress erscheint mehrmals im Jahr in einer neuen Haupt­ver­sion, dazu kommen Wartungs- und Sicher­heits­up­dates. Plugins und Themes aktua­li­sieren sich oft wöchentlich. Rechnen Sie die Stunden für Updates, Kontrolle und Backups mit Ihrem Stun­den­satz um.

    Rechnen Sie ehrlich: Zum Klick auf Aktua­li­sieren gehören die Sicherung vorher, die Kontrolle der wichtigsten Seiten danach und gele­gent­lich eine Fehlersuche, wenn ein Update etwas verändert hat. Bei Shops kommen Tests von Warenkorb und Kasse hinzu.

    Wenn Sie die Wartung abgeben, ersetzt der Monatspreis des Dienst­leis­ters diesen Posten. Wovon der abhängt, erklärt Was kostet Word­Press-Wartung?.

  5. 5

    Rücklage einplanen

    Legen Sie einen Betrag für Unvor­her­ge­se­henes zurück: ein Plugin, das ersetzt werden muss, eine Anpassung nach einem Update oder eine neue Funktion. Nach einigen Jahren steht meist ein Relaunch an, weil sich Anfor­de­rungen und Design ändern.

Grobe Orientierung nach Website-Typ

Marktpreise schwanken stark. Diese Größenordnungen helfen beim Einordnen von Angeboten, ersetzen aber keine eigene Rech­nung.

Wer ein Angebot bekommt, sollte nach den laufenden Posten fragen: Welche Lizenzen sind enthalten, wer verlängert sie, auf wen laufen sie? Lizenzen und Zugänge sollten auf Ihr Unternehmen laufen, nicht auf den Dienst­leister.

Oft vergessen werden Posten außerhalb von WordPress: Postfächer bei einem eigenen E-Mail-Anbieter, die pro Benutzer abgerechnet werden, ein Newsletter-Dienst, ein Dienst für den E-Mail-Versand aus Formularen, Bild­li­zenzen, Über­set­zungen oder kosten­pflich­tige Schnitt­stellen wie Karten mit eigenem Abrech­nungs­konto. Jeder dieser Posten ist für sich klein. Zusammen machen sie oft einen spürbaren Teil der Jahres­kosten aus.

  • Kleine Unter­neh­mens­web­site, selbst gepflegt: Domain und Hosting ergeben einen niedrigen drei­stel­ligen Betrag im Jahr. Ohne Premium-Plugins bleibt es dabei. Dazu kommt Ihre Zeit für Updates.
  • Unter­neh­mens­web­site mit Page-Builder und Pro-Plugins: Lizenzen für Builder, Formulare, SEO und Consent können die Hosting­kosten schnell übersteigen. Bei professioneller Wartung ist diese meist der größte laufende Posten.
  • Online-Shop: Leis­tungs­fä­hi­geres Hosting, kosten­pflich­tige Erwei­te­rungen für Versand, Rechnungen und Rechts­si­cher­heit sowie Gebühren der Zahlungs­an­bieter. Die laufenden Kosten liegen deutlich über denen einer reinen Infor­ma­ti­ons­web­site.

Typische Kostenfallen

Die meisten Über­ra­schungen entstehen nicht beim Bau, sondern im zweiten und dritten Jahr.

  • Lock­an­ge­bote beim Hosting: Der Preis gilt nur für die erste Laufzeit, danach steigt er deutlich. Manche Tarife haben zudem Mindest­lauf­zeiten oder eine Einrich­tungs­ge­bühr.
  • Zu knapp gewähltes Hosting: Ein sehr günstiger Tarif spart im Jahr nur wenig, kann aber die Website bremsen und Sicherungen abbrechen lassen. Die Zeit für die Fehlersuche kostet dann schnell mehr als der Preis­un­ter­schied.
  • Domain nur im ersten Jahr gratis: Bei Baukästen und Diensten wie WordPress.com ist die Domain oft nur im ersten Jahr inklu­sive.
  • Verlän­ge­rung zum vollen Preis: Rabatte gelten meist nur beim Erstkauf. Viele Lizenzen verlängern sich auto­ma­tisch.
  • Ein Pro-Plugin für eine Funk­tion: Ein Jahresabo für eine einzige Kleinigkeit, die der Editor oder ein schlankes Plugin auch kann. Warum weniger Plugins auch günstiger sind, erklärt WordPress-Plugins.
  • Günstige Kopien von Premium-Plugins: Manche Seiten verkaufen Premium-Plugins deutlich billiger oder verteilen sie gratis. Die GPL erlaubt die Weitergabe zwar, aber Sie bekommen keine Updates vom Hersteller. Manipulierte Dateien mit Schadcode sind ein bekanntes Einfallstor, siehe Word­Press gehackt.
  • Abgelaufene Lizenz: Das Plugin läuft weiter, bekommt aber keine Sicher­heits­up­dates mehr. Das spart Geld, bis eine Lücke bekannt wird.
  • Keine Wartung: Die Kosten sind nicht weg, sie kommen später und auf einmal, etwa als Reparatur nach einem Hack oder als Notfall-Einsatz nach einem missglückten Update.

Wann Sie besser Hilfe holen

Die laufenden Kosten einer einfachen Website überblicken Sie mit der Tabelle oben. Unübersichtlich wird es, wenn Lizenzen auf verschie­dene Personen laufen, niemand weiß, welche Plugins bezahlt sind, oder die Website schon lange nicht mehr gepflegt wurde.

  • Sie wissen nicht, welche Lizenzen, Konten und Verträge zu Ihrer Website gehören.
  • Premium-Plugins sind abgelaufen und bekommen keine Updates mehr.
  • Sie wollen die Wartung abgeben und einen festen Monatspreis statt Stunden nach Aufwand.
WordPress-Hilfe auch für Nicht-Kunden

Wir übernehmen Updates, Backups und Sicherheit zu einem festen Monatspreis und behalten Lizenzen und Verlän­ge­rungen im Blick. Mehr dazu unter Website-Betreuung.

Nachricht oder Termin WordPress-Hilfe im Notfall

Fragen zu den Kosten

Ist WordPress komplett kostenlos?

Die Software ja, der Betrieb nicht. WordPress ist freie Software unter der GPL und ohne Lizenz­ge­bühr nutzbar. Für eine eigene Website zahlen Sie aber Hosting und Domain, oft Premium-Lizenzen und die Pflege.

Was kostet eine WordPress-Website pro Jahr?

Das hängt vor allem von Lizenzen und Wartung ab. Domain und Hosting allein ergeben für eine kleine Website meist einen niedrigen drei­stel­ligen Betrag im Jahr. Premium-Plugins und eine profes­sio­nelle Wartung können ein Mehrfaches davon ausma­chen.

Wie viel kostet eine eigene Website im Monat?

Für Hosting und Domain meist ein ein- bis niedriger zwei­stel­liger Betrag. Dazu kommen Lizenzen, die jährlich abgerechnet werden, und die Wartung. Rechnen Sie alle Posten auf ein Jahr hoch und teilen Sie dann durch zwölf.

Ist eine WordPress-Website kostenlos möglich?

Nur mit starken Einschrän­kungen. Der kostenlose Tarif von WordPress.com nutzt eine Subdomain, zeigt Werbung und erlaubt keine eigenen Plugins. Gratis-Hoster haben meist wenig Leistung und keine verläss­liche Sicherung. Für ein Unternehmen ist das keine Grund­lage.

Was kosten WordPress-Plugins?

Viele Plugins sind kostenlos, Premium-Versionen meist Jahres­abos. Mit der Lizenz bezahlen Sie Updates, Support und Zusatz­funk­tionen. Endet sie, läuft das Plugin in der Regel weiter, bekommt aber keine Updates mehr.

Wie teuer ist eine Domain pro Monat?

Domains werden meist jährlich abgerechnet, eine .de-Adresse kostet wenig. Umgerechnet sind es bei einer .de-Domain oft nur Cent-Beträge bis wenige Einheiten pro Monat. Den Preis legt der Anbieter fest, bei dem Sie die Domain regis­trieren, oft ist sie im Hosting enthalten.

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